Film: Jessas

Milo Raus Film «Das neue Evange­lium» zeigt sich in Rassismus-Fragen unerwartet tolerant

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Jesus stammt aus Kamerun. Seine Jünger sind Erntearbeiter*innen und Politaktivist*­innen, die in Süditalien gegen Ausbeutung, Korruption, rassistische Diskriminierung und Zwangsprostitution kämpfen. Milo Raus Film «Das neue Evangelium» verbindet politischen Aktivismus und Bibel-Überschreibung (s. TH 10/19). Szenen aus den Dreharbeiten, Dokumentation und Passionsgeschichte verschwimmen – und damit auch gelungene und zweifelhafte Anteile des Gesamtkunstevents.

Der Part der politischen Praxis funktioniert, weil mit Yvan Sagnet ein kampferprobter Aktivist, Gewerkschafter und Autor nicht nur die Hauptrolle als Jesus übernommen hat. Er leitet auch die politische Kampagne, die sich parallel zu den Filmarbeiten entwickelt. Sagnet stammt aus Kamerun, er kam 2007 zum Ingenieurs­studium nach Turin. Als er 2011 in Geldnot war, ging er zur Tomatenernte nach Nardò, Apulien. Hier lernte er eine Welt der Ausbeutung, Armut und Sklaverei mitten in Italien kennen. Mit den Arbeiter*innen organisierte er einen Streik, was Lebensgefahr bedeutete, denn die Mafia kontrolliert hier die Landwirtschaft. Dennoch gelang es, Öffentlichkeit zu schaffen, erste Landwirte vor Ort führten Verträge und Mindestlohn ...

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Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Cornelia Fiedler

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