Verschüttete Geschichten, problematische Beziehungen

Akın Emanuel Şipal im Gespräch über sein Stück «Mutter Vater Land» – und ein Stück kaum bekannter deutsch-türkischer Beziehungsgeschichte

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Eva Behrendt Heute Abend hätte die Uraufführung von «Mutter Vater Land» in Bremen stattfinden sollen; die Premiere musste auf zunächst unbestimmte Zeit verschoben werden. Halten Sie es so lange noch aus?

Akın Şipal Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Außerdem habe ich mir gestern die Generalprobe angesehen, ich weiß also in etwa, was dar­aus geworden ist.

EB Wie war es denn?

AŞ Das ist, wenn es das eigene Stück betrifft, immer schwer zu sagen.

Gerade beim ersten Ansehen bin ich meist so stark mit meinem Text und letztlich auch mir selbst beschäftigt, dass ich alles andere kaum wahrnehme; ich kann aber sagen, dass Frank Abt und das Team sehr zart und verantwortungsvoll mit dem Stück umgegangen sind.

EB Hängt das in dem Fall auch damit zusammen, dass es sich um einen sehr persönlichen Stoff handelt? Immerhin hat Ihre Familiengeschichte dafür Pate gestanden, Sie selbst werden von der Figur Alter Ego repräsentiert.

AŞ Klar, das kann auch daran liegen. Aber «Mutter Vater Land» lag auch immer der Gedanke zugrunde, dass ich mit diesem persönlichen Stoff spielen will, indem ich ihn überhöhe und fiktionalisiere. Ich habe Film studiert, mich lange intensiv mit Dokumentarfilm beschäftigt ...

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Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Das Stück, Seite 36
von

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