Denkspiele ins Irgendwo
Warum ist nur noch niemand auf die Idee gekommen: Wer keinen Job mehr hat, wird erschossen. Das löst alle Probleme der Arbeitslosigkeit, steigert die Produktivität, spart Sozialausgaben und reduziert die Unzufriedenheit nachhaltig. Die vierteljährlichen Hinrichtungen lassen sich nach altrömischem Vorbild in einer großen Arena attraktiv anrichten. Kein Wunder, dass Herrscher Hieron glaubt, alle wesentlichen Probleme auf dem Weg zu Wohlstand und staatlicher Fürsorge gelöst zu haben.
Sein Staat funktioniert überraschend gut, allerdings mit ein paar kleineren zwischenmenschlichen Einschränkungen. Von der jederzeit drohenden Hinrichtung mal abgesehen, haben Arbeitnehmer nur einen Tag Urlaub im Jahr, an dem sich auch die Familie treffen darf, passenderweise zu Weihnachten. Berührungen und andere Intimitäten sind allerdings auch bei dieser Gelegenheit streng verboten. Stattdessen muss ein glückliches Familienfoto für den obersten Wohltäter in eine der Überwachungskameras gelächelt werden. Spaziergänge in der Stadt sind selbstverständlich auch nicht erlaubt.
Ob Mario Salazar mit diesem lichten kleinen Utopia eine Groteske auf den Neoliberalismus schreiben wollte? Oder einen szenischen ...
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Theater heute Oktober 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 29
von Franz Wille
Aachen, Theater
31. Veiel, Das Himbeerreich
R. Bernadette Sonnenbichler
Aalen, Theater der Stadt
4. Walser, Eine Stille für Frau Schirakesch
R. Tina Brüggemann & Tonio Kleinknecht
Anklam, Theater
25. Williams, Endstation Sehnsucht
R. Oliver Trautwein
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
6. Schiller, Wilhelm Tell
R. Tamara Korber
Augsburg, Theater
3. SKART, Mein Freund der...
Eine Frau und ein Mann sitzen an einem Tisch. Er fragt, sie antwortet nicht nur mit ja oder nein, so die Verabredung. Es funktioniert nicht gleich auf Anhieb. Erst weicht sie aus, wehrt ab oder greift im Gegenzug an, um schließlich doch Intimes preiszugeben. Eine Feier des Gewesenen, das bei aller elegischen Verklärung ein subtiles Grauen verströmt, und ein...
Jeder ist willkommen!», umarmt der Intendant der Berliner Festspiele, Thomas Oberender, in seinem Grußwort das Publikum. «‹Wir sind das Theater, das jeden brauchen kann›», zitiert er aus dem «Amerika»-Fragment von Franz Kafka weiter; «– gibt es ein schöneres Versprechen?»
Auch der neue Leiter der «Foreign Affairs», Matthias von Hartz, hat mehr auf Anschluss gesetzt...
