Lebendig begraben?
Der Deutsche Bühnenverein will das deutsche Ensemble- und Repertoiretheater als nationales immaterielles Kulturerbe (IKE) verzeichnen lassen. Die in der allzu knappen Aussprache auf der Jahreshauptversammlung 2013 des Deutschen Bühnenvereins in Kiel geäußerten Gründe – die Aufnahme ins Verzeichnis sei doch durch die Einmaligkeit unserer Theaterlandschaft motiviert, diese Einmaligkeit sei international bestaunt, nur wir deutschen Theaterleute würden dies nicht erkennen oder würdigen und nutzen – klingen zunächst verführerisch.
Aber was bedeutet dieser Schritt eigentlich genau?
Das UNESCO-Übereinkommen zum Erhalt des immateriellen Kulturerbes von 2003 ist – wie alle anderen Kulturerbekonventionen der UNESCO auch – eine Schutzkonvention. Unterschutzstellung setzt eine Bedrohung voraus. Nach der Aufmerksamkeitsökonomie der UNESCO wird unter Schutz gestellt, was wichtig, aber bereits halbtot ist. Wenn auf der Pressekonferenz des Deutschen Bühnenvereins in Kiel zum Thema IKE demgegenüber behauptet wurde, es gehe mit der Aufnahme in das nationale Verzeichnis des IKE «nicht vordergründig um eine Inschutznahme von Strukturen», so deutet das auf einen gewissen interpretatorischen Übermut. ...
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Theater heute Oktober 2013
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Martin Roeder
Im eigenen Staat verfolgt, im Zufluchtsland missachtet – wer als Aussiedler in die Bastion Europa vordringt, wird auch dort allzu oft zu einem Grenzgänger am Rand der Gesellschaft. Dass Asylbewerber just auf dem Münchner Rindermarkt ihren Unmut mit Hungerstreik kundtaten, gibt der Uraufführung des preisgekrönten Stückes «Am falschen Ort» am Badischen Staatstheater...
Aachen, Theater
31. Veiel, Das Himbeerreich
R. Bernadette Sonnenbichler
Aalen, Theater der Stadt
4. Walser, Eine Stille für Frau Schirakesch
R. Tina Brüggemann & Tonio Kleinknecht
Anklam, Theater
25. Williams, Endstation Sehnsucht
R. Oliver Trautwein
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
6. Schiller, Wilhelm Tell
R. Tamara Korber
Augsburg, Theater
3. SKART, Mein Freund der...
Klingt schwer nach Anmaßung: Circa 1.000 Seiten lang ist Hermann Melvilles Jahrhundertroman «Moby Dick» auf Deutsch, 150 Minuten Theaterzeit gewährt ihm in Hamburg Antu Romero Nunes. Allein ist er mit dieser Zurechtstutzungs-Chuzpe allerdings nicht. Melvilles sperriges Amalgam aus Apokalypse und Literaturverweisen, gewundenster Hoch- und Fachsprache neben krudem...
