Zeigt eure Klasse!
Wie fühlt es sich eigentlich an, in einem der größten zusammenhängenden Betonfundamente Euro - pas – dem Hannoveraner Ihme-Zentrum – aufzuwachsen? «Betonklotz 2000» erzählt die Geschichten vier junger Menschen, für die dieses, einst als utopisches Stadtkonzept geplante Bauwerk, soziale Ungleichheit und Realität bedeutet. Zwischen Verfall und Gentrifizierung betrachten die Jugendlichen den Klotz und sehen: Eltern, die sich bemühen. Ein Fundament, das bröckelt. Freund:innenschaften, die verbinden. – Ihr Zuhause.
Geschichten über Menschen aus Arbeiter: -innen- oder Armutshaushalten lassen sich nicht reduzieren auf Kategorien von Unten und Oben, Aufstieg und Versenkung. So abgenutzt diese Projektionsflächen von Armut zwar scheinen, so haben sie doch noch lange nicht an Macht über die von ihnen geotherten verloren. Das beweist Autorin Jona Rausch in ihrem ersten Text für die Bühne, ganz ohne den Drang, sich in akademischen Diskursschleifen über Klassismen zu verlieren. Ihr Zugang zur Theorie zeigt sich in einer intelligenten, feinfühlig-verspielten Unvermitteltheit, die Diskurs und Handlung miteinander vereint.
Denn Theorie bedeutet neben Stärkung vor allem Schutz. Viele ...
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Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Neue Stücke, Seite 156
von Saskia Jabłonska
Der Barbenheimer-Sommer liegt ein Jahr zurück, und die Geschichte um die Entstehung der ersten Atombombe ist dadurch noch sehr präsent (und die filmische Erzählung von Christopher Nolan gleich mit sieben Oscars prämiert worden). Das neue Theaterstück von Stefano Massini setzt geschichtlich etwas früher an und beginnt mit dem Zusammentreffen von vier jungen...
Deutschsprachige Erstaufführungen
A
Ayad Akhtar
Der Fall McNeal (Burgtheater Wien)
François Archambault
Erinnerungen von morgen (Landestheater Rudolstadt)
Annalisa Arione und Dario de Falco
Geschichte eines Nein (Theater Heilbronn)
B
Alexandra Badea
Aus dem Schatten: Thiaroye (Schauspiel Köln)
Sarah Berthiaume
Wollstonecraft (Theater Freiburg)
Alice Birch nach...
Wann haben Sie sich zuletzt so richtig geärgert, und warum? Die Frage trifft. Ich fühle mich ertappt und gehe im Geiste die Situationen durch, in denen ich zur Beute dieses ungeliebten und unattraktiven Gefühls geworden bin, frage mich, ob ich mich zu oft geärgert habe in letzter Zeit, vielleicht auch zu sehr und womöglich aus zu geringem Anlass? Ich frage mich...
