Das Leben

Dea Loher «Frau Yamamoto ist noch da»

Theater heute - Logo

Frau Yamamoto, über siebzig Jahre alt, war einmal eine Sägewerksbesitzerin, mit Vornamen heißt sie Sole. Sie hat ihren Sohn, einen begeisterten Kletterer, durch einen Unfall in den Dolomiten verloren. Ihr Mann hat sie verlassen. Er lebe jetzt im Norden, wo immer das sein mag, und er habe noch zwei Töchter bekommen. Frau Yamamoto hat danach viel gearbeitet, jetzt lebt sie alleine, aber sie findet in dem Mietshaus, in dem sie lebt, Freunde. Erik und Nino, ein schwules Paar, und Eriks Nichte Milena.

Erik ist der Ältere, fast fünfzig, er arbeitet in der Robotik, Nino, der deutlich Jüngere, gerade in einem Fahrradladen, und Nino gründet später ein Restaurant, er nennt es «Sole Mio». Milena fragt die beiden, warum sie keine Kinder haben oder wollen. Sie wissen es nicht wirklich. Am Ende des Stückes ist Frau Yamamoto tot, gestorben an einem Gehirntumor. Erik, Nino und Milena sind damit «Freunde zum Abschied» geworden. Nino zieht aus der gemeinsamen Wohnung mit Erik aus und in die leere Wohnung von Frau Yamamoto.

Das ist die eine und zentrale Geschichte mit Figuren und Namen in Dea Lohers erstem großen Stück seit 14 Jahren, daneben treten auf (und wieder ab): eine Frau im Treppenhaus, ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Neue Stücke, Seite 153
von Michael Börgerding

Weitere Beiträge
Sobald es Nacht wird

Was hinter geschlossenen Türen passiert, bleibt im Verborgenen, und die Vorstellung treibt da mitunter seltsame Blüten. Ist es dahinter laut oder still? Sind Stimme oder Geräusche zu vernehmen? Das Hören wird zu einem Ereignis, und die Fantasie kennt keine Grenzen, besonders sie. Das Setting – der Mikroorganismus eines Mietshauses: ein Leben, Tür an Tür – ist dafür...

Uraufführungen 2024/2025

 

A Sina Ahlers
Milch & Schuld (Staatstheater Kassel) 

Emre Akal
nach Henrik Ibsen: Barrrbie ein Puppenheim (Thalia Theater Hamburg) 

Sally Anger
Blockflötenkomödie (AT) (Junges Nationaltheater Mannheim)

B Olga Bach
Im Ferienlager (Schauspiel Stuttgart) 

Ingeborg Bachmann und Max Frisch
Wir haben es nicht gut gemacht. Nach dem Briefwechsel (Schauspiel Frankfurt) 

L...

The Circle of Life

Seit jeher war das europäische Theater eine Ego-Show: Der Mensch hat sich mit sich selbst beschäftigt, Natur kam nur am Rande vor, als Gegenwelt, Bedrohung oder Seelenspiegel. Tragisches spielte sich – aristotelisch, aristokratisch – in Herrscherhäusern ab, tränenwürdig war nur der Sturz der Mäch tigen. Seit dem sozialen Realismus wird dieses Privileg auch den...