Das Leben
Frau Yamamoto, über siebzig Jahre alt, war einmal eine Sägewerksbesitzerin, mit Vornamen heißt sie Sole. Sie hat ihren Sohn, einen begeisterten Kletterer, durch einen Unfall in den Dolomiten verloren. Ihr Mann hat sie verlassen. Er lebe jetzt im Norden, wo immer das sein mag, und er habe noch zwei Töchter bekommen. Frau Yamamoto hat danach viel gearbeitet, jetzt lebt sie alleine, aber sie findet in dem Mietshaus, in dem sie lebt, Freunde. Erik und Nino, ein schwules Paar, und Eriks Nichte Milena.
Erik ist der Ältere, fast fünfzig, er arbeitet in der Robotik, Nino, der deutlich Jüngere, gerade in einem Fahrradladen, und Nino gründet später ein Restaurant, er nennt es «Sole Mio». Milena fragt die beiden, warum sie keine Kinder haben oder wollen. Sie wissen es nicht wirklich. Am Ende des Stückes ist Frau Yamamoto tot, gestorben an einem Gehirntumor. Erik, Nino und Milena sind damit «Freunde zum Abschied» geworden. Nino zieht aus der gemeinsamen Wohnung mit Erik aus und in die leere Wohnung von Frau Yamamoto.
Das ist die eine und zentrale Geschichte mit Figuren und Namen in Dea Lohers erstem großen Stück seit 14 Jahren, daneben treten auf (und wieder ab): eine Frau im Treppenhaus, ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Neue Stücke, Seite 153
von Michael Börgerding
Theater heute Um gleich auf die tieferen Verbindungen zwischen Wien und Wiesbaden zu kommen: Die meisten von Ihnen kennen sich schon recht lange, oder? Stefan Bachmann und Thomas Jonigk sind seit über 30 Jahren ein Team …
Thomas Jonigk … seit 1992, glaube ich …
Beate Heine Thomas und ich kennen uns auch seit den 1990ern!
TH Hilft das bei der Arbeit, das...
Endlich erhält in den letzten Jahren die Frage, wie Menschen mit Behinderungen in den Theatern sichtbar werden und aktiv vorkommen können, zunehmend die dringend gebotene Aufmerksamkeit im deutschsprachigen Diskurs. Gleichzeitig gibt es bisher noch immer wenige dramatische Texte, die sich mit dem Komplex Inklusion auseinandersetzen. Der 1987 in Bochum gebore -ne...
Der Kapitalismus ist ein System von Abhängigkeiten, die von innen nach außen, von außen nach innen, von oben nach unten und von unten nach oben gehen. Alles ist abhängig, alles ist gefesselt. «Kapitalismus ist ein Zustand der Welt und der Seele», heißt es in dem allzu bekannten Zitat von Franz Kafka. Selma Kay Matter zeigt dieses System als ein kompliziert...
