Weltzustand auf dem Punkt

Zum Bühnenuniversum des Jahres: Ida Müllers und Vegard Vinges «Peer Gynt»

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Links ein Asia-Shop, rechts eine Absturzkneipe mit vorgelagerter Sitzbank für dauerbetrunkene Zeitgenossen, und in der Mitte ein Wohnhaus für den zentralen Cast: ein heimelig-windschief wirkendes Backsteingebäude, in dessen erstem Stock sich die alleinerziehende Åse Gynt gern mal bei der Blumenkastenpflege auf einem französischen Balkon sehen lässt, während ihr Teenager-Sohn Peer lieber die Steigleiter emporklettert, um in fremde (und bisweilen auch mütterliche) Fenster hineinzuschauen, wo es gelegentlich vitalen Geschlechtsverkehr zu sehen gibt.

Dass vor dem Mietshaus ein archetypisches rotes Telefonhäuschen made in Britain und manchmal auch ein handverlesener Schaukelstuhl bereitsteht, ist dem Bühnengeschehen äußerst zuträglich: Weil Peer und Åse ihre innerfamiliären Differenzen gern dezidiert handgreiflich austragen, ist jedes Kulissenteil, das sich während des Zweikampfs kurz und klein schlagen lässt, herzlich willkommen.

Bei dem Szenario, das Ida Müller für ihr gemeinsam mit Co-Regisseur Vegard Vinge und dem Komponisten Trond Reinholdtsen erdachtes «Peer Gynt»-Gesamtkunstwerk entworfen hat, von einem Bühnenbild zu sprechen, wäre eine maßlose Untertreibung. Es ist ein ganzes ...

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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Höhepunkte des Jahres, Seite 30
von Christine Wahl

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