Die neue Wirklichkeit ersprechen

Jakob Nolte «Der Krieg ist vorbei»

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Der Krieg ist vorbei. Eine Schlagzeile oder die Beschreibung eines historischen Moments. Ein Satz, nach dem Menschen auf den Straßen tanzen, sich küssen, auf Panzer klettern und Champagnerflaschen gegen Mauern schlagen.

Der Krieg ist vorbei! Jakob Noltes neues Stück «Der Krieg ist vorbei» beginnt genau dort, wo der histo -rische Moment zur Performance wird. Eine Politikerin soll verkünden, dass der Krieg vorbei ist.

Aber wie sagt man das? Und zwar so, dass es auch alle glauben? Wie spricht man eine Wirklichkeit aus, die noch nicht ganz Wirklichkeit geworden ist? Oder schlimmer: die vielleicht nur eine Behauptung ist, eine Sehnsucht, eine sprachliche Vorwegnahme? Also müssen Expert:innen ran. Denn wer, wenn nicht das Theater, kennt sich mit der Konstruktion von Wirklichkeit aus?

Es wird geübt. Nach den richtigen Formulierungen gesucht. Weitere Figuren aus Theater, Politik und Wirtschaft treten auf, probieren sich aus, formulieren neu, setzen an, scheitern, verwechseln Bomben mit Kartoffeln, beginnen von vorn. Die Nachricht wird wiederholt, zerlegt, neu zusammengesetzt. Der Krieg ist vorbei. Noch einmal. Und noch einmal. Jetzt wirklich.

Aber während die Figuren versuchen, das Ende ...

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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Neue Stücke, Seite 150
von Valerie Göring

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