Was sie waren, sind und werden
Die Frage ist nicht, wie man heilt, sondern wie man weiterlebt. Auszuhalten, was eigentlich nicht aushaltbar ist, weiter zu machen und an sich festzuhalten, um sich nicht zu verlieren. «Flüchtige Welten» ist kein Theatertext über den Krieg. Er erzählt von den Spuren, die der Krieg hinterlässt, und von den Einschnitten, Umbrüchen und Veränderungen, mit denen er in das Leben eingreift. Er erzählt davon, was der Krieg mit Menschen macht, wenn sie mehrere Jahre im Ausnahmezustand überleben müssen – und kein Ende in Sicht ist.
In «Flüchtige Welten» hat eine junge Frau ein seltsames Hobby. Sie widmet sich dem Präparieren von toten Tieren. Etwas zu bewahren, das bereits verschwunden ist, betrifft den Umgang mit Zerstörung und Tod genauso wie das Weiterleben selbst. Eine andere Frau hingegen sieht in der Flucht vor dem Krieg auch die Chance, einem anderen – inneren – Krieg zu entkommen, der schon vor dem Krieg in ihrem Land begann. Und bei einer dritten Frau, die zwischen zwei Welten unterzugehen droht, ist es die eigene Kultur, die ihr Halt und einen Ort gibt.
Drei ukrainische Frauen stehen im Zentrum von «Flüchtige Welten». Was sie vereint, ist der Krieg, die Flucht und was sie waren ...
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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Neue Stücke, Seite 151
von Gwendolyne Melchinger
Ich befinde mich auf einer Bahnfahrt zwischen Dresden und Berlin. Auf meinem Sitzplatz angekommen, krame ich Bücher aus meiner Tasche, um zu arbeiten, als mein Blick auf die sächsische Ausgabe der «Bild»-Zeitung fällt. Sie gehört der Frau, der ich gegenübersitze. Die Schlagzeilen kann ich nicht lesen, denn darüber liegt ein Buch über die Gefährdung Deutschlands...
Uraufführungen
A
Emre Akal
Ein Traumspiel (Düsseldorfer Schauspielhaus)
Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey
Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus (Theater Paderborn – Westfälische Kammerspiele)
Sally Anger
Du musst tanzen (Comedia Colonia Theater Köln)
B
Olga Bach
Eine Sache der Auslegung (Schauspiel Köln)
Golda Barton
Die Jane-Austen-Methode...
Theater heute Auf die Idee, mit Ihnen über Künstliche Intelligenz zu sprechen, sind wir durch Ihr Stück «Es sagt, es liebt uns» gekommen. Zum Warmwerden vielleicht erstmal zwei Zitate, die das Spektrum vermessen. Der Shakespeare-Forscher Stephen Greenblatt hat neulich in einem Interview gesagt: «Was mir Angst macht, ist die künstliche Intelligenz, dieses vollkommen...
