Was sie waren, sind und werden
Die Frage ist nicht, wie man heilt, sondern wie man weiterlebt. Auszuhalten, was eigentlich nicht aushaltbar ist, weiter zu machen und an sich festzuhalten, um sich nicht zu verlieren. «Flüchtige Welten» ist kein Theatertext über den Krieg. Er erzählt von den Spuren, die der Krieg hinterlässt, und von den Einschnitten, Umbrüchen und Veränderungen, mit denen er in das Leben eingreift. Er erzählt davon, was der Krieg mit Menschen macht, wenn sie mehrere Jahre im Ausnahmezustand überleben müssen – und kein Ende in Sicht ist.
In «Flüchtige Welten» hat eine junge Frau ein seltsames Hobby. Sie widmet sich dem Präparieren von toten Tieren. Etwas zu bewahren, das bereits verschwunden ist, betrifft den Umgang mit Zerstörung und Tod genauso wie das Weiterleben selbst. Eine andere Frau hingegen sieht in der Flucht vor dem Krieg auch die Chance, einem anderen – inneren – Krieg zu entkommen, der schon vor dem Krieg in ihrem Land begann. Und bei einer dritten Frau, die zwischen zwei Welten unterzugehen droht, ist es die eigene Kultur, die ihr Halt und einen Ort gibt.
Drei ukrainische Frauen stehen im Zentrum von «Flüchtige Welten». Was sie vereint, ist der Krieg, die Flucht und was sie waren ...
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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Neue Stücke, Seite 151
von Gwendolyne Melchinger
Im Theater werden Triggerwarnungen eingesetzt, um das Publikum auf das vorzubereiten, was kommt. In der Welt da draußen gibt es das nicht – obwohl es immer wieder eindeutige Hinweise und Warnungen gibt, die versuchen, auf sensible Entwicklungen aufmerksam zu machen. Warum hört das niemand?
Was im Theater gezeigt wird, wird oft als bloße «Vorstellung» betrachtet,...
Sie arbeitet. Sie arbeitet im Haushalt. Sie arbeitet an der Beziehung. Sie arbeitet an sich. Sie kümmert sich. Sie kümmert sich um die Kinder. Sie kümmert sich um die Geburtstagsgeschenke. Sie kümmert sich um das emotionale Wohlergehen ihres Umfelds. «Und nie sagt irgendjemand. Hey, das war gut.» Sie bekommt nichts dafür, außer einer Depression, einem Burnout.
«Was...
Nachdem Guido Lambrecht bereits in der Mai-Ausgabe von «Theater heute» eingehend von Christian Rakow porträtiert wurde, haben wir den Schauspieler des Jahres nach den autobiografischen Texten gefragt, die er in die Adaption von Michel Houellebecqs «Serotonin» eingebracht hat. Doch diese Texte, erklärte Guido Lambrecht am Telefon, existieren nicht als vollständiges...
