Was sie waren, sind und werden
Die Frage ist nicht, wie man heilt, sondern wie man weiterlebt. Auszuhalten, was eigentlich nicht aushaltbar ist, weiter zu machen und an sich festzuhalten, um sich nicht zu verlieren. «Flüchtige Welten» ist kein Theatertext über den Krieg. Er erzählt von den Spuren, die der Krieg hinterlässt, und von den Einschnitten, Umbrüchen und Veränderungen, mit denen er in das Leben eingreift. Er erzählt davon, was der Krieg mit Menschen macht, wenn sie mehrere Jahre im Ausnahmezustand überleben müssen – und kein Ende in Sicht ist.
In «Flüchtige Welten» hat eine junge Frau ein seltsames Hobby. Sie widmet sich dem Präparieren von toten Tieren. Etwas zu bewahren, das bereits verschwunden ist, betrifft den Umgang mit Zerstörung und Tod genauso wie das Weiterleben selbst. Eine andere Frau hingegen sieht in der Flucht vor dem Krieg auch die Chance, einem anderen – inneren – Krieg zu entkommen, der schon vor dem Krieg in ihrem Land begann. Und bei einer dritten Frau, die zwischen zwei Welten unterzugehen droht, ist es die eigene Kultur, die ihr Halt und einen Ort gibt.
Drei ukrainische Frauen stehen im Zentrum von «Flüchtige Welten». Was sie vereint, ist der Krieg, die Flucht und was sie waren ...
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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Neue Stücke, Seite 151
von Gwendolyne Melchinger
Viele Höhepunkte – im Team oder solo, ein weites Feld und doch klare Sieger:innen:
Die Münchner Kammerspiele, nun geleitet von Barbara Mundel, sind nach sechs Jahren wieder das Theater des Jahres.
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