Triggerwarnung für die Gegenwart

Julian Hetzel ruft dazu auf, Geschichte zu machen – durch unser Handeln

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Im Theater werden Triggerwarnungen eingesetzt, um das Publikum auf das vorzubereiten, was kommt. In der Welt da draußen gibt es das nicht – obwohl es immer wieder eindeutige Hinweise und Warnungen gibt, die versuchen, auf sensible Entwicklungen aufmerksam zu machen. Warum hört das niemand?

Was im Theater gezeigt wird, wird oft als bloße «Vorstellung» betrachtet, dabei ist vieles davon längst Realität geworden.

Wenn ich mir anschaue, was die AfD in Sachsen-Anhalt als Parteiprogramm beschlossen hat, dann ist etwa die Wurstbude, die ich in meiner letzten Arbeit «Three Times Left is Right» auf die Bühne gebracht habe, keine visionäre Provoka -tion mehr. Sie ist Gegenwart – und verweist auf eine mögliche Zukunft, in der der Partei Prognosen zufolge bis zu 40 Prozent der Wählerstimmen zufallen könnten.

Kunst und Kultur sind zum politischen Schlachtfeld erklärt worden. Kultur ist als vorpolitischer Raum ein von allen Seiten umkämpftes Terrain. Heute werden keine Häuser mehr besetzt, sondern Worte und Gedanken. Die Kampfbegriffe und die Haltung der Linken wird von Rechts gekapert, umgepolt und übernommen. Die Rechtspopulist:innen haben sich dazu eine Strategie angeeignet, die ursprünglich ...

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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Was tun?, Seite 61
von Julian Hetzel

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