Mutti ballert

Kristina Malyseva «Die Hülle glänzt»

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Sie arbeitet. Sie arbeitet im Haushalt. Sie arbeitet an der Beziehung. Sie arbeitet an sich. Sie kümmert sich. Sie kümmert sich um die Kinder. Sie kümmert sich um die Geburtstagsgeschenke. Sie kümmert sich um das emotionale Wohlergehen ihres Umfelds. «Und nie sagt irgendjemand. Hey, das war gut.» Sie bekommt nichts dafür, außer einer Depression, einem Burnout.

«Waschen legen blasen föhnen niemals weinen niemals stöhnen.» So sieht das Leben der Frau aus, die im Mittelpunkt des Stücks «Die Hülle glänzt» von Kristina Malyseva steht.

Ein ganz gewöhnliches Frauenleben also. Das Stück bewegt sich zwischen einem Therapiezimmer, dem Fami -lienalltag in einer Küche, einem inneren Monolog und einer surrealen Fantasie mitten auf einer nächtlichen Waldlichtung. Es folgt keinem linearen Narrativ, sondern zerlegt die Erfahrungen einer Frau in Fragmente: kritische innere Stimmen, Erinnerungsfetzen an die Kindheit, chemische Nebenwirkungen, Songs eines wütenden Ichs und Körperzustände. Gerade in dieser Zersplitterung wird der innere Zustand einer Frau greifbar, die gelernt hat, verfügbar und emotional zuständig zu sein, zu funktionieren.

Vielleicht denken Sie gerade: Nicht schon wieder ein Stück ...

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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Neue Stücke, Seite 145
von Julia Fahle

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