Wann, wenn nicht jetzt
Als She She Pop im vergangenen Jahr mit dem Berliner Theaterpreis ausgezeichnet wurde, fiel auf der Preisverleihung die Floskel von der «Ankunft im Establishment». Gut möglich, dass die belustigten Performerinnen sie sogar selbst im Mund führten. Doch die Formulierung hatte auch einen bitteren Beigeschmack. Nicht nur, dass die Gruppe das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro durch acht Mitglieder teilen und inzwischen zum Stopfen coronabedingter Löcher benutzen musste.
Auch die Diskrepanz zwischen künstlerischem Erfolg und fortdauernder Prekarität bleibt für die Gruppe ein Thema, das gerade in den letzten Wochen wieder scharf hervortrat. «Wir sind mittlerweile eine Institution, nur ohne Haus», sagt Fanni Halmburger, die sich bei She She Pop besonders für kulturpolitische Fragen engagiert. Und fügt hinzu, dass gerade in den Quarantäne-Wochen der Berliner Senat und die Kulturpolitik ein erfreulich offenes Ohr für die Lage der Freien gezeigt haben.
Zur Zeit erhalten Gruppen wie She She Pop, Rimini Protokoll oder Gob Squad in Berlin eine sogenannte «vierjährige Konzeptförderung für Künstler*innen/Gruppen ohne Ort» (She She Pop 245.000 EUR/p.a., Gob Squad 235.000 EUR/p.a., Rimini ...
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Theater heute August/September 2020
Rubrik: Freies Theater, Seite 24
von Eva Behrendt
Man wird sich an solche Anblicke für eine Weile gewöhnen müssen: jede zweite Reihe leer, in den anderen jeder dritte Platz besetzt. Wenn sich erwartungshochgespannte Premierenzuschauerräume nicht zuletzt dank zahlreich anwesender schmallippiger Kritiker*innen für die Schauspieler*innen ohnehin anfühlen wie ein weit geöffneter Kühlschrank, dann kommt es jetzt noch...
Aachen, Grenzlandtheater
23.9. Zeller, Hinter der Fassade
R. Anja Junski
Aalen, Theater der Stadt
19.9. O-Team, Crash and Care (U)
R. Florian Feisel
Augsburg, Theater
25.9. Studlar, Nacht ohne Sterne
R. Sebastian Schug
26.9. Dürrenmatt, Die Physiker
R. Antje Thoms
Baden-Baden, Theater
26.9. Molière, Der Menschenfeind
R. Jenke Nordalm
Bautzen, Theater
11.9....
Karin Winkelsesser Herr Friedrich, Ihr Entwurf für die Erweiterung des Theaterhauses Stuttgart nimmt sich geradezu bescheiden aus. 2018 hat Ihr Büro die Machbarkeitsstudie für die Sanierung der Städtischen Bühnen in Frankfurt vorgelegt und einen Bedarf von 900 Millionen Euro ermittelt. Ein Neubau wäre wohl sehr viel preiswerter. Sie bemängeln immer wieder die...
