Wann, wenn nicht jetzt

Freie Gruppen wie She She Pop, Rimini Protokoll, Gob Squad oder Ginters­dorfer/Klaßen sind die Aushänge­schilder der Produk­tionshäuser. Was, wenn sie über das System hinaus­wachsen, in dem sie groß geworden sind?

Als She She Pop im vergangenen Jahr mit dem Berliner Theaterpreis ausgezeichnet wurde, fiel auf der Preisverleihung die Floskel von der «Ankunft im Establishment». Gut möglich, dass die belustigten Performerinnen sie sogar selbst im Mund führten. Doch die Formulierung hatte auch einen bitte­ren Beigeschmack. Nicht nur, dass die Gruppe das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro durch acht Mitglieder teilen und inzwischen zum Stopfen coronabedingter Löcher benutzen musste.

Auch die Diskrepanz zwischen künstlerischem Erfolg und fortdauernder Prekarität bleibt für die Gruppe ein Thema, das gerade in den letzten Wochen wieder scharf hervortrat. «Wir sind mittlerweile eine Institution, nur ohne Haus», sagt Fanni Halmburger, die sich bei She She Pop besonders für kulturpolitische Fragen engagiert. Und fügt hinzu, dass gerade in den Quarantäne-Wochen der Berliner Senat und die Kulturpolitik ein erfreulich offenes Ohr für die Lage der Freien gezeigt haben.

Zur Zeit erhalten Gruppen wie She She Pop, Rimini Protokoll oder Gob Squad in Berlin eine sogenannte «vierjährige Konzeptförderung für Künstler*innen/Gruppen ohne Ort» (She She Pop 245.000 EUR/p.a., Gob Squad 235.000 EUR/p.a., Rimini ...

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Theater heute August/September 2020
Rubrik: Freies Theater, Seite 24
von Eva Behrendt