W-Fragen und Spiegelblicke
Kurz vor Spielzeitende geht doch noch mal was – und die Münchner Kammerspiele, die im rasanten Schlussspurt von Matthias Lilienthals zunehmend erfolgreicher Intendanz vom Virus so abrupt ausgebremst worden waren, sind schon am ersten Tag nach der Corona-Zwangspause gleich mit zwei pandemietauglichen Premieren am Start, deren Probenbeginn noch vor der Krise lag und die nun durch die Einschränkungen im Spielbetrieb nur kurz zu sehen sind.
Susanne Kennedy und Markus Selg haben ihre immersive Installation «Oracle» in der Kammer 2 von vier simultan geplanten Besuchern auf einen alle sechs Minuten umprogrammiert, und Enis Macis Auftragswerk «WUNDE R» wird von Felix Rothenhäusler in der kleinen Kammer 3 mit vier Spieler*innen in fester Sitzordnung und maximal 17 frei flanierenden Zuschauern inszeniert.
Profunde Suchbewegungen liegen beiden Arbeiten zugrunde: Die eine zielt auf den Spuren archaischer Spiritualität und mittels künstlicher Intelligenz ins Innere. «Oracle» ist in erster Linie ein in mythologischen Motiven optisch opulent schwelgendes Environment, das den Blick des Betrachters vielschichtig auf sich selbst zurückspiegeln möchte, dabei aber so bunt schillernd daherkommt, dass ...
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Theater heute August/September 2020
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Silvia Stammen
Aachen, Grenzlandtheater
23.9. Zeller, Hinter der Fassade
R. Anja Junski
Aalen, Theater der Stadt
19.9. O-Team, Crash and Care (U)
R. Florian Feisel
Augsburg, Theater
25.9. Studlar, Nacht ohne Sterne
R. Sebastian Schug
26.9. Dürrenmatt, Die Physiker
R. Antje Thoms
Baden-Baden, Theater
26.9. Molière, Der Menschenfeind
R. Jenke Nordalm
Bautzen, Theater
11.9....
«IST DEIN HERUNFTSLAND SICHER?
Nach welche Kriterien?»
Für viele Künstler*innen ist Rassismus nicht erst Thema, seitdem George Floyd umgebracht wurde. Rassismus beginnt nicht bei einem weißen Polizisten, der sein Knie 8 Minuten und 46 Sekunden in den Hals eines Schwarzen Familienvaters drückt, und Rassismus endet da auch nicht. Dazu gibt es viele wichtige...
Ob sie das immer macht, wenn sie alleine ist? Oder ist es ein Spleen aus den langen einsamen Wochen des Lockdowns? Die Bühne im Bochumer Schauspielhaus hat sich verselbständigt. Minutenlang spielt sie ganz allein und in Perfektion: Schwere Bühnenzüge gleiten mit angeberischer Leichtigkeit auf und ab, formieren sich zu Rahmen, Treppen, endlosen schwarzen Ebenen,...
