Verliebt in die Hoffnung
Was tun, fragt ihr: Umgehen, mit den Geistern, die man rief. Wir haben die Geister nicht nur gerufen, sondern gebaut, in Jahren der Arroganz, uns hübsch und gefährlich diese Geister zusammengezimmert, und nun stehen sie vor uns und sind ganz genauso gruselig, wie wir sie haben wollten. Die Gewalt kommt zurück, sie kommt immer zurück. Was wir erleben, ist keine Ungerechtigkeit, sondern Konsequenz.
In den letzten zwei Jahren, wenn ich auf der Bühne stehe und spreche, über das Leben der Menschen, denen ich durch die Archive folge, da schaue ich durch die Zuschauerreihen und frage mich, ob es wirklich noch anthropologisches Interesse ist an diesen sogenannten anderen Körpern, oder ob man mittlerweile dort sitzt, um sich das Überleben abzugucken. Um zu lernen, wie man es schaffen könnte, sich durch die nächste Schockwelle hindurch zu schleichen. «Die Hitze erfasst ganz Deutschland», tönt das Radio meiner Nachbarin, während ich diesen Satz schreibe.
Toni, Anita und Louise heißen die drei aus den Archiven. Vor einigen Jahren hätte ich «trans» vor ihre Biografien gesetzt wie ein Qualitätsmerkmal, mittlerweile juckt mich das Wort. Nicht aus Selbsthass, sondern aus Anerkennung seiner ...
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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Was tun?, Seite 60
von River Roux
Die Münchner Kammerspiele sind das Theater des Jahres! 9 Kritiker:innen stimmten für das inklusive Haus zwischen der Maximilian- und Falkenturmstraße, das Intendantin Barbara Mundel in den ersten Jahren etwas schleppend, zuletzt aber immer erfolgreicher führte und in dieser Spielzeit mit insgesamt vier Inszenierungen beim Berliner Theatertreffen und bei...
Es ist eine besondere Phase im Leben: der Übergang zum Erwachsensein. Vor einem der Möglichkeitshorizont eigener Entscheidungen. Am besten Seite an Seite mit engen Freunden – um nicht zu sagen der Wahlfamilie – kann das Leben jetzt richtig beginnen. Mascha und Tonja sind solche Freundinnen.
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Sie wartet, bis es dunkel wird. Sie wartet noch ein bisschen. Dann schließt sie die Augen und taucht ein. Sie schwimmt durch den Grenzfluss, von der Türkei nach Griechenland – tatsächlich, sie schwimmt einfach so von einem Land ins nächste, und keiner hält sie auf. Sie erreicht das andere Ufer. Sie legt eine Hand auf ihren Bauch. Etwas in ihr lebt.
In Mazlum...
