Verliebt in die Hoffnung

River Roux setzt auf Fluidität statt Verfestigung

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Was tun, fragt ihr: Umgehen, mit den Geistern, die man rief. Wir haben die Geister nicht nur gerufen, sondern gebaut, in Jahren der Arroganz, uns hübsch und gefährlich diese Geister zusammengezimmert, und nun stehen sie vor uns und sind ganz genauso gruselig, wie wir sie haben wollten. Die Gewalt kommt zurück, sie kommt immer zurück. Was wir erleben, ist keine Ungerechtigkeit, sondern Konsequenz.

In den letzten zwei Jahren, wenn ich auf der Bühne stehe und spreche, über das Leben der Menschen, denen ich durch die Archive folge, da schaue ich durch die Zuschauerreihen und frage mich, ob es wirklich noch anthropologisches Interesse ist an diesen sogenannten anderen Körpern, oder ob man mittlerweile dort sitzt, um sich das Überleben abzugucken. Um zu lernen, wie man es schaffen könnte, sich durch die nächste Schockwelle hindurch zu schleichen. «Die Hitze erfasst ganz Deutschland», tönt das Radio meiner Nachbarin, während ich diesen Satz schreibe.

Toni, Anita und Louise heißen die drei aus den Archiven. Vor einigen Jahren hätte ich «trans» vor ihre Biografien gesetzt wie ein Qualitätsmerkmal, mittlerweile juckt mich das Wort. Nicht aus Selbsthass, sondern aus Anerkennung seiner ...

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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Was tun?, Seite 60
von River Roux

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