Geschichten im Loop

Wolfram Höll «OST»

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Es ist eine besondere Phase im Leben: der Übergang zum Erwachsensein. Vor einem der Möglichkeitshorizont eigener Entscheidungen. Am besten Seite an Seite mit engen Freunden – um nicht zu sagen der Wahlfamilie – kann das Leben jetzt richtig beginnen. Mascha und Tonja sind solche Freundinnen.

Doch der historische Moment, in dem das eigenständige Leben anbrechen sollte, bürdet den beiden vieles auf. Erst haben sie den Holodomor, die Hungersnot in der Ukraine, überlebt, dann wurden sie von Char -kiw nach Coswig/Anhalt verschleppt, zur Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie.

Der Aufnäher OST auf den grauen Kitteln weist sie aus, macht sie zur Masse. Sie schlafen in Baracken, Wanzen in den Matratzen, die an ihnen nagen wie der ständig fortdauernde Hunger. Wer Glück hat, bekommt vom Brot den Kanten, da kann man länger dran kauen. Nachts erzählen sie sich Geschichten, um sich abzulenken vom Magenknurren, bis sie einschlafen. Hier haben sie nur sich. Aber immerhin haben sie sich noch.

In der Halle nebenan arbeitet Olja, funkt Radio Olja. Zeitweise arbeitet sie im Haus einer Familie, wo sie Radio Moskva hört. Zurück im Lager bringt sie das Gehörte unter die Arbeiterinnen, berichtet Neues von ...

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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Neue Stücke, Seite 138
von Marleen Ilg

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Ur- und Erstaufführungen 26/27

Uraufführungen

A
Emre Akal

Ein Traumspiel (Düsseldorfer Schauspielhaus) 

Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey
Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus (Theater Paderborn – Westfälische Kammerspiele) 

Sally Anger
Du musst tanzen (Comedia Colonia Theater Köln)

B
Olga Bach

Eine Sache der Auslegung (Schauspiel Köln) 

Golda Barton
Die Jane-Austen-Methode...

Fragmente einer Sprache der Trauer

Ich schreibe über meinen Vater in der Vergangenheitsform, und ich kann nicht glauben, dass ich über meinen Vater in der Vergangenheitsform schreibe.» So endet Chimamanda Ngozi Adichie ihren Essay «Notes on Grief», auf Deutsch erschienen als «Trauer ist das Glück, geliebt zu haben». Mit diesem poetischen Titel möchte ich persönlich Trauer auch mit Trost und...