Vom Horror gebrochener Herzen
Svenja Viola Bungartens Auftragsstück für das Staatstheater Regensburg beginnt mit drei Monologen über einen mysteriösen Abend. Die Figuren Walpurga, Vampyra – deren Namen sicher nicht zufällig gewählt sind – und Jenny besuchen eine Aufführung von «Romeo und Julia». Alle drei Frauen sind einer Einladung von Julia gefolgt, die sie noch aus der Schulzeit kennen. Nun treffen sie nach einiger Zeit wieder aufeinander. Doch über die Ereignisse nach der Vorstellung existieren widersprüchliche Aussagen.
Denn nach einem gemeinsamen Abend in der angeblich verfluchten Bar «Vergebung 2» sind Romeo und Julia verschwunden, und überall ist Blut. Bis hierhin gleichen sich alle Versionen der Geschichte. Was beginnt wie ein klassisches Who-done-it, verwandelt sich nach und nach in einen psychedelischen Trip durch die gesellschaftlichen Unterwelten von Misogynie, Homophobie und Zwangsheterosexualität.
Jede der Frauen erzählt ihre eigene Version der Geschichte und die Karte der potenziellen Täterfigur, des Monsters, der Bösen wird hin- und hergespielt, umgedreht und abgelehnt. Doch eine von ihnen muss es gewesen sein, denn jede hat ein Motiv. In Vampyras Fall ist es enttäuschte Liebe, in Walpurgas ...
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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Neue Stücke, Seite 134
von Barbara Bily
Ich befinde mich auf einer Bahnfahrt zwischen Dresden und Berlin. Auf meinem Sitzplatz angekommen, krame ich Bücher aus meiner Tasche, um zu arbeiten, als mein Blick auf die sächsische Ausgabe der «Bild»-Zeitung fällt. Sie gehört der Frau, der ich gegenübersitze. Die Schlagzeilen kann ich nicht lesen, denn darüber liegt ein Buch über die Gefährdung Deutschlands...
Vorab: Ich schreibe dies aus Magdeburg im Juni. Im September werden Landtagswahlen stattfinden, seit gestern hängen Wahlplakate vor meinem Fenster. Die AfD wirbt mit «Abschieben ab Minute Eins», «Wieder stolz sein», «Das Land retten». Das scheint zu verfangen, sie steht aktuell bei über 40 Prozent und rechnet sich berechtigte Chance auf eine Alleinregierung aus....
Viele Höhepunkte – im Team oder solo, ein weites Feld und doch klare Sieger:innen:
Die Münchner Kammerspiele, nun geleitet von Barbara Mundel, sind nach sechs Jahren wieder das Theater des Jahres.
Jan-Christoph Gockel hat Schillers «Wallenstein» mit Jewgeni Prigoschin und einer Kochshow kurzgeschlossen und mit diesem «Schlachtfest in sieben Gängen» die Inszenierung...
