Vom Horror gebrochener Herzen
Svenja Viola Bungartens Auftragsstück für das Staatstheater Regensburg beginnt mit drei Monologen über einen mysteriösen Abend. Die Figuren Walpurga, Vampyra – deren Namen sicher nicht zufällig gewählt sind – und Jenny besuchen eine Aufführung von «Romeo und Julia». Alle drei Frauen sind einer Einladung von Julia gefolgt, die sie noch aus der Schulzeit kennen. Nun treffen sie nach einiger Zeit wieder aufeinander. Doch über die Ereignisse nach der Vorstellung existieren widersprüchliche Aussagen.
Denn nach einem gemeinsamen Abend in der angeblich verfluchten Bar «Vergebung 2» sind Romeo und Julia verschwunden, und überall ist Blut. Bis hierhin gleichen sich alle Versionen der Geschichte. Was beginnt wie ein klassisches Who-done-it, verwandelt sich nach und nach in einen psychedelischen Trip durch die gesellschaftlichen Unterwelten von Misogynie, Homophobie und Zwangsheterosexualität.
Jede der Frauen erzählt ihre eigene Version der Geschichte und die Karte der potenziellen Täterfigur, des Monsters, der Bösen wird hin- und hergespielt, umgedreht und abgelehnt. Doch eine von ihnen muss es gewesen sein, denn jede hat ein Motiv. In Vampyras Fall ist es enttäuschte Liebe, in Walpurgas ...
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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Neue Stücke, Seite 134
von Barbara Bily
Ich schreibe über meinen Vater in der Vergangenheitsform, und ich kann nicht glauben, dass ich über meinen Vater in der Vergangenheitsform schreibe.» So endet Chimamanda Ngozi Adichie ihren Essay «Notes on Grief», auf Deutsch erschienen als «Trauer ist das Glück, geliebt zu haben». Mit diesem poetischen Titel möchte ich persönlich Trauer auch mit Trost und...
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