Theaterbücher: Überholte Begriffe
Die Leiterin des Deutschen Theatermuseums in München, Claudia Blank, hat eine Ausstellung über Regietheater kuratiert und dazu eine umfangreiche, kunterbunt bebilderte Katalogpublikation verfasst, die viel theaterwissenschaftliches Wissen über sechs deutsche und zwei in Wien geborene Regisseure zu einer deutsch-österreichischen Geschichte des Regietheaters bündelt, ohne überzeugende Akzente setzen zu können. Die Geschichte, wie es zum Regietheater gekommen ist, bleibt ausgespart.
Die Auswahl der Protagonisten ist zu willkürlich, um historisch schlüssige Aussagen über Einflüsse, Entwicklungen oder Abhängigkeiten machen zu können.
Die Frage, ob man ein Stück einfach nur, die Regieanmerkungen befolgend, inszenieren und die Dialoge wortgetreu aufsagen sollte, oder ob vom Regisseur zum Stück eine Lesart und gezielte Interpretation erwartet wird, ist schon vor Brahm und Reinhardt zugunsten des Regisseurs entschieden worden. Seit den «Meiningern» bestimmt Regie die Aufführung eines Stücks. Die Schauspieler bestreiten die Aufführung, nur wer welche Rolle spielt, entscheidet der Spielleiter sowie das Konzept, das für die Realisierung auf der Bühne entwickelt worden ist. «Werktreue» ist ...
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Theater heute Januar 2021
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Klaus Völker
Stellt euch vor, ein Theater wird eröffnet und keiner darf hin! Gerade mal drei Wochen konnte Barbara Mundel ihr neues Haus bespielen, zunächst noch vor knapp 200 Zuschauern, dann sind per Dekret der bayerischen Staatsregierung nur noch 50 erlaubt – für Mundel ein Akt kompletter Willkür –, und seit dem 2. November setzt die bundesweite Komplettschließung erst...
Mit einem Streifzug der Narrationen startet Antú Romero Nunes in die erste Spielzeit unter der Intendanz von Benedikt von Peter und mit einer vierköpfigen Schauspielleitung, zu der neben Nunes die Dramaturginnen Inga Schonlau und Anja Dirks sowie der Schauspieler Jörg Pohl zählen. Vor allem Ovids «Metamorphosen» üben wohl Anziehungskraft auf ein Theater aus, das...
Seltsame Zeiten erfordern besondere Wege. Eigentlich hatte Alexander Kohlmann, seit dieser Spielzeit Schauspieldirektor am Anhaltinischen Theater in Dessau, einen großen Dreisprung vor, um das Publikum in der Bauhausstadt für sich und seine Vorstellung von Theater zu gewinnen. Das Science-Fiction-Stück «Mission Mars» sollte den Start machen, dann die «Eumeniden»...
