Sweet little Sixteenies

Caren Jeß «Der Popper» (U) im Pfalztheater Kaiserslautern

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Selbst wenn du nicht als Punk unterwegs warst, müssen diese chronischen College-Schuhträger im Verein mit Phänomenen wie Modern Talking nicht unbedingt euphorische Gefühle bei dir auslösen. Dass das Ganze als völlig politikferne Veranstaltung verkauft wurde, war wohl eines der interessantesten Täuschungsmanöver, mit der Jugendliche sich jemals abgrenzen wollten. Was kann gesellschaftspolitisch relevanter sein, als Sweet Little Sixteenies, die so tun, als wollten sie nur nett und reich sein? Bereits Mitte der 1980er Jahre verblasste die brave Jugendbewegung wieder.

Caren Jeß, die in dieser Zeit das Licht der Welt erblickte, hat also keinen direkten Bezug zum Poppertum an sich. Dennoch steht ein Exemplar im Zentrum ihres noch vor der Pandemie geschriebenen Theaterstücks, vielleicht, weil sich Jeß gefragt hat, wie so ein Mensch heute aussehen würde. 

In Jeß’ schmuddeligem Endfünziger ist der Ex-Popper als solcher allerdings kaum wiedererkennbar: «Die Tauben kackn mir uff dit Fensterbrett ... Aber müssen ja ooch irgendwo hinkackn, ick kan dit schon vastehn.» Dass er berli -nert, zeigt vor allem, dass Jeß kann, was nicht jeder Stückeschreiberin gegeben ist: Dialekt. Und es grenzt den ...

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Theater heute April 2022
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Jürgen Berger

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