Später Zünder
Anfangs weiß man nicht, ist das jetzt witzig oder nur ganz dumm? Eine Gruppe Schauspieler vor einer albernen Kulisse und in grellen Kostümen plappert Text aus einem Italo-Western, verheddert sich in Textschleifen, Hängern, immer nur derselbe Unsinn. Dann jammert jemand über seine Probleme mit der Miete und dass die Kunstform des Sich-Geld-Leihens leider unverkäuflich sei. Milan Peschels Projekt im Dortmunder Schauspielhaus «The Head in the Door oder Das Vaudeville der Verzweiflung» hat einen schwe -ren Start.
Die Bühne dreht sich, man sieht die Leere hinter der Sperrholzwand, statt des roten Vorhangs nun eine grob gemalte Blockhütte, dann einen goldenen Vorhang (Bühne: Magdalena Musial). Aber immer noch verquirlt die Schauspieltruppe eine wunderliche Debatte über Filmrollen und Hollywood-Karrieren. Dann schälen sich einige Themen heraus: Die Performativität als Gegenbewegung gegen die Ent-Auratisierung der Kunst belastet den performativen Künstler mit der Forderung der körperlichen Anwesenheit. Dagegen steht die Re-Auratisierung der Kunstwerke als non-fungible tokens (NFT) in den Smartphones der Louvre-Besucher. Theoriefetzen in Form von Powergequatsche.
Ist ein Thema erschöpft, ...
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Theater heute April 2022
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Gerhard Preußer
Es war der Herbst der Attentäter. Ihre Schockwellen drangen in die idyllischsten Weltwinkel. Erst der Flugzeugterror vom 11. September. Wenige Tage darauf stürmt ein Amokschütze ins Parlament im innerschweizerischen Kanton Zug, er trifft 14 Lokal-Politikerinnen und -Politiker tödlich. Dies an einem Ort, an dem sogar die Steuerpolizei keinen anderen Gemütszustand...
ALTENBURG/GERA, TPT
2. King, Foxfinder
R. Louis Villinger
23. Haidle, Alles muss glänzen
R. Matthias Thieme
29. McDonagh, Der Krüppel von Inishman
R. Manuel Kressin
AUGSBURG, SENSEMBLE
14. Löhle, Genannt Gospodin
R. Gianna Formicone
BADEN-BADEN, THEATER
8. Ibsen, Gespenster
R. Otto Kukla
29. McArthur nach Austen, Stolz und Vorurteil* (*oder so)
R....
Das hochgewachsene, gestandene Mannsbild in lässig weiter Sportkleidung und einem weißen Kopftuch, das vorher einen so souveränen Eindruck gemacht hatte, schnieft traurig vor sich hin. Sein Verhalten passt so gar nicht ins Bild, das er von sich aufgebaut hat. Der weiße HipHopper fällt buchstäblich aus dem Rahmen, den die Bühnenbildnerin Inga Danysz in Form eines...
