Später Zünder

Milan Peschel «The Head in the Door oder Das Vaudeville der Verzweiflung» im Schauspielhaus Dortmund

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Anfangs weiß man nicht, ist das jetzt witzig oder nur ganz dumm? Eine Gruppe Schauspieler vor einer albernen Kulisse und in grellen Kostümen plappert Text aus einem Italo-Western, verheddert sich in Textschleifen, Hängern, immer nur derselbe Unsinn. Dann jammert jemand über seine Probleme mit der Miete und dass die Kunstform des Sich-Geld-Leihens leider unverkäuflich sei. Milan Peschels Projekt im Dortmunder Schauspielhaus «The Head in the Door oder Das Vaudeville der Verzweiflung» hat einen schwe -ren Start.

Die Bühne dreht sich, man sieht die Leere hinter der Sperrholzwand, statt des roten Vorhangs nun eine grob gemalte Blockhütte, dann einen goldenen Vorhang (Bühne: Magdalena Musial). Aber immer noch verquirlt die Schauspieltruppe eine wunderliche Debatte über Filmrollen und Hollywood-Karrieren. Dann schälen sich einige Themen heraus: Die Performativität als Gegenbewegung gegen die Ent-Auratisierung der Kunst belastet den performativen Künstler mit der Forderung der körperlichen Anwesenheit. Dagegen steht die Re-Auratisierung der Kunstwerke als non-fungible tokens (NFT) in den Smartphones der Louvre-Besucher. Theoriefetzen in Form von Powergequatsche.

Ist ein Thema erschöpft, ...

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Theater heute April 2022
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Gerhard Preußer

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