«Staying with the trouble»

Über non-academic Lectures und andere Strategien, dem Schrecken zu begegnen. Laudatio zum Berliner Theaterpreis 2026 an Lina Majdalanie und Rabih Mroué

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Wir ehren Lina Majdalanie und Rabih Mroué für ein außergewöhnliches Lebenswerk. Die Arbeit dieser beiden Ausnahmekünstler:innen kann als eine Einübung in – um einen Ausdruck von Donna Haraway zu gebrauchen – «Staying with the Trouble» gelten. Dabei spielt die Schulung des Bewusstseins eine grundlegende Rolle. Es geht nicht um ein passives Aushalten, das Ertragen einer Welt, die uns durch Gewalt und Überforderung in Bildern und Nachrichten an den Rand der Erschöpfung und in existentielle Krisen treibt.

Vielmehr zielt die Arbeit von Majdalanie und Mroué auf ein aktives Sich-Auseinandersetzen mit einer Realität, die uns zu erdrücken scheint, mittels einer Distanznahme, also auf ein bewusstes Sein. Dabei behaupten Majdalanie und Mroué ihre subjektiven und individuellen Weltentwürfe gegen die von verschiedenen Machtgruppen als scheinbar alternativlos oktroyierten homogenen Betonwelten, indem sie sich den herrschenden Zeit- und Raumlogiken entziehen.

Wer wie unsere heutigen Preisträger:innen in den letzten Dekaden des zwanzigsten Jahrhunderts und zu Beginn des 21. Jahrhunderts im Libanon lebte und arbeitete, wurde mit einer Gesellschaft konfrontiert, die zutiefst polarisiert und ...

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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Neue Welt, Seite 90
von Bernd Scherer

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