Trash ist nicht der Feind
Ein rätselhafter Todesfall in Wien setzt eine Spurensuche in Gang, die vom zweiten Bezirk bis nach Belgrad führt. In «was übrig bleibt haha» verbindet Barbi Markovic Kriminalgeschichte, Roadmovie und Gesellschaftsporträt zu einer ebenso komisch-grotesken wie verstörenden Erzählung über Herkunft, Zusammenleben und die Strategien, mit denen Menschen sich durch eine von Krisen, Konsum und Dauerablenkung geprägte Gegenwart bewegen.
Die Geschichte beginnt im Wiener Zweiten Bezirk.
Doch Markovics Wien folgt einer eigenen Logik: Hier sind Wohnungen billig, aber nicht nur die Keller verschimmeln. In der Nacht hört man abwechselnd Stöckelschuhe, Spuckgeräusche und Polizeisirenen, und die Coyoten durchwühlen die Mülltonnen. Bellende Männer werden von ihren Müttern an der Leine geführt, ein Zombieschwein lädt sich an der Steckdose auf und verteilt Lebensweisheiten. Das Absurde dient dabei nie bloß dem Effekt, sondern macht gesellschaftliche Verhältnisse sichtbar, die hinter dem vermeintlich Normalen liegen. Die Schauplätze wirken vertraut und fremd zugleich; das Komische kippt jederzeit ins Bedrohliche.
Im Zentrum steht Goca, eine ältere Hausmeisterin, die eines Morgens den Leichnam ihrer ...
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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Neue Stücke, Seite 146
von Annabelle Leschke
Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 67. Jahrgang Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
Eva Behrendt Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Redaktionsbüro
Rebecca Roloff
Gestaltung
Christian Henjes
Redaktionsanschrift
Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße 24, 10785 Berlin, Telefon 030/25 44 95 10, Fax 030/25...
Was tun? Um es vorweg zu gestehen: Natürlich habe ich keine Ahnung, was zu tun ist, um emanzipatorische Impulse nicht absterben zu lassen. Geht man allerdings davon aus, dass ein einmal gegebener Impuls nicht so einfach aus der Welt zu schaffen ist (ich erinnere mich ganz vage an den Impulserhaltungssatz aus dem Physikunterricht), habe ich die Hoffnung, dass all...
Was tun, fragt ihr: Umgehen, mit den Geistern, die man rief. Wir haben die Geister nicht nur gerufen, sondern gebaut, in Jahren der Arroganz, uns hübsch und gefährlich diese Geister zusammengezimmert, und nun stehen sie vor uns und sind ganz genauso gruselig, wie wir sie haben wollten. Die Gewalt kommt zurück, sie kommt immer zurück. Was wir erleben, ist keine...
