«Shame on you, really!»
Sie seien privilegiert, merken Lisa Jopt und Nicola Bramkamp gleich in ihrer Eröffnungsrede zu «Burning Issues meets Kampnagel» an, sie als weiße cis-Frauen. Also fassen sie sich kurz, denn schließlich bedeute Redezeit Sichtbarkeit. Und so treten die Veranstalterinnen Jopt und Bramkamp nach einem prägnanten, aber herzlichen Willkommen rasch zur Seite und öffnen die Bühne, die Rednerpulte, die Diskussionsrunden für all jene, die in öffentlichen Diskursen, die im Theater deutlich weniger zu Wort kommen und weniger Gehör finden.
Dieses zu Wort kommen, dieses Forum geben, der sich anschließende Dialog über Ausgrenzungen in der Kultur- und Theaterbranche, der Impuls und der unermüdliche Versuch, diese Branche für alle gerechter zu gestalten und Platz zu schaffen für die Möglichkeit der Kompliz*innenschaft, bilden die Grundlage für «Burning Issues».
2018 initiierten Lisa Jopt und Nicola Bramkamp dieses Forum, das bundesweit Künstler*innen und Medienschaffende zusammenbringt, um drängende Fragen zu stellen – und gemeinsam nach Antworten zu suchen. Im Gründungsjahr fand «Burning Issues» am Theater Bonn noch unter Ausschluss der Männlichkeit statt. 2019 im Rahmen des Berliner ...
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Theater heute Januar 2021
Rubrik: Burning Issues, Seite 40
von Katrin Ullmann
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Kein Drama. Keine Interpretation. Keine Handlung. Keine Psychologie, kein Naturalismus, keine Subjekte. Stattdessen statisch im Raum stehende Schauspieler, eine weit vom Menschen entfernte Gruppe mit Masken, an Computerspiele, Comic Strips oder Figurentheater erinnernd, Avatare. Sie sprechen einzelne Sätze, oder genauer, sie sprechen sie nach, bewegen zu ihnen ihre...
