Hörbuch: «Darf ich was sagen?»

Das Hörbuch «Brecht probt Galilei 1955/56 – Ein Mann, der keine Zeit mehr hat» dokumentiert Brechts letzte Regiearbeit

Theater heute - Logo

Allgegenwärtig auf den deutschen Theaterbühnen, wie er es einst war, ist Bertolt Brecht, der Erfinder des V-Effekts, schon lange nicht mehr. Nehmen wir das Theatertreffen als Maß aller Dinge, gab es in den letzten 25 Jahren genau zwei Brecht-Inszenierungen, die es in die Endauswahl schafften: Castorfs «Baal»-Inszenierung 2015 und Christopher Rüpings «Trommeln in der Nacht» 2018. Umso auffälliger Brechts sonstige Medien-Präsenz: Heinrich Breloers aufwendiger Doku-Zweiteiler 2019, Joachim C. Langs «Dreigroschenfilm» im Jahr davor, auch ein Biopic der besonderen Art.

Zumindest an der Person Brecht besteht offenbar ein nicht nachlassendes Interesse. Wer war der Mann, der das epische Theater erfand, der den Nazis erst nach Skandinavien, dann nach Amerika entkam und 1948 nach Deutschland zurückkehrte, in die DDR, wo er zusammen mit Helene Weigel das Berliner Ensemble im Theater am Schiffbauerdamm gründete? Und wie war der Regisseur Bertolt Brecht, der am BE auch zum Inszenator nicht nur seiner eigenen Stücke wurde?

Den bislang wichtigsten dokumentarischen Einblick in diese Arbeit gewährten die (stummen) Aufnahmen, die ein 17-Jähriger namens Hans-Jürgen Syberberg 1953 mit einer ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Januar 2021
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Barbara Burckhardt

Weitere Beiträge
Erzählen um des Erzählens willen

Mit einem Streifzug der Narrationen startet Antú Romero Nunes in die erste Spielzeit unter der Intendanz von Benedikt von Peter und mit einer vierköpfigen Schauspielleitung, zu der neben Nunes die Dramaturginnen Inga Schonlau und Anja Dirks sowie der Schauspieler Jörg Pohl zählen. Vor allem Ovids «Metamorphosen» üben wohl Anziehungskraft auf ein Theater aus, das...

Düsseldorf Schauspielhaus: Wohlstand als Armutszeugnis

«Warum hört ihr bei Corona der Wissenschaft zu, und beim Klimawandel nicht? Die Gefahr ist doch die gleiche: Es lauert der Tod. Nur für viel mehr Menschen», fragt die 18-jährige Lei, und der 13-jährige Kester legt nach: «Warum sollen wir für eine Zukunft lernen, wenn niemand etwas unternimmt, um diese Zukunft zu retten?» Riesige Projektionen junger...

Nachruf

Schon seine erste große Berliner Inszenierung war eine Entdeckung – in doppelter Hinsicht. Fred Berndt, der langjährige Bühnenbildner und ehemalige Assistent von Karl-Ernst Herrmann, inszenierte 1982 an der Schaubühne am Lehniner Platz Eduardo de Filippos «Die Kunst der Komödie». Damit etablierte sich Fred Berndt als Regisseur und zugleich de Filippo in den...