Hörbuch: «Darf ich was sagen?»
Allgegenwärtig auf den deutschen Theaterbühnen, wie er es einst war, ist Bertolt Brecht, der Erfinder des V-Effekts, schon lange nicht mehr. Nehmen wir das Theatertreffen als Maß aller Dinge, gab es in den letzten 25 Jahren genau zwei Brecht-Inszenierungen, die es in die Endauswahl schafften: Castorfs «Baal»-Inszenierung 2015 und Christopher Rüpings «Trommeln in der Nacht» 2018. Umso auffälliger Brechts sonstige Medien-Präsenz: Heinrich Breloers aufwendiger Doku-Zweiteiler 2019, Joachim C. Langs «Dreigroschenfilm» im Jahr davor, auch ein Biopic der besonderen Art.
Zumindest an der Person Brecht besteht offenbar ein nicht nachlassendes Interesse. Wer war der Mann, der das epische Theater erfand, der den Nazis erst nach Skandinavien, dann nach Amerika entkam und 1948 nach Deutschland zurückkehrte, in die DDR, wo er zusammen mit Helene Weigel das Berliner Ensemble im Theater am Schiffbauerdamm gründete? Und wie war der Regisseur Bertolt Brecht, der am BE auch zum Inszenator nicht nur seiner eigenen Stücke wurde?
Den bislang wichtigsten dokumentarischen Einblick in diese Arbeit gewährten die (stummen) Aufnahmen, die ein 17-Jähriger namens Hans-Jürgen Syberberg 1953 mit einer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Januar 2021
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Barbara Burckhardt
Sie seien privilegiert, merken Lisa Jopt und Nicola Bramkamp gleich in ihrer Eröffnungsrede zu «Burning Issues meets Kampnagel» an, sie als weiße cis-Frauen. Also fassen sie sich kurz, denn schließlich bedeute Redezeit Sichtbarkeit. Und so treten die Veranstalterinnen Jopt und Bramkamp nach einem prägnanten, aber herzlichen Willkommen rasch zur Seite und öffnen die...
«Wir wissen nie, wann eine Geschichte beginnt», stellt Wahab einmal fest. Und eröffnet damit eine Spur, was Wajdi Mouawads «Im Herzen tickt eine Bombe» sein könnte: ein Text, der weniger etwas erzählt, sondern vom Geschichtenentwickeln selbst handelt. Das wäre eine Spur, aber sie interessiert Alice Zandwijk nicht bei der deutschsprachigen Erstaufführung des...
Madonnas drittes Studioalbum, das sie im März 1989 veröffentlichte, war ein Skandal – und ihr endgültiger Durchbruch als international gefeierter Popstar. Dabei verursachte nicht mal der titelgebende Song selbst, «Like a Prayer», eine Welle der Empörung in der katholischen Welt, sondern das dazugehörige Musikvideo: Mit einem schwarzen Negligé eher spärlich...
