Schwestern, die Tore sind offen
Jeden Tag werden in Deutschland mindestens zwei Frauen Opfer eines versuchten oder vollendeten Tötungsdelikts. Das Hilfetelefon «Gewalt gegen Frauen» verzeichnete 2025 einen neuen Höchststand: 69.526 Beratungen. Auch Österreich bildet hier keine Ausnahme – im Gegenteil. Im europäischen Vergleich zählt das Land seit Jahren zu den Staaten mit den höchsten Zahlen an Femiziden. Allein bis Juni 2026 wurden bereits 14 Frauen getötet, weil sie Frauen sind. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher.
Die Männer kommen häufig aus dem direkten Umfeld und sind meist getrieben von Besitzdenken, Wut, Rache und Misogynie. Die polizeiliche Kriminalstatistik weist auf ein massives Problem hin: Die Zahl der Vergewaltigungen und schweren sexuellen Übergriffe stieg im letzten Jahr um 8,5 Prozent, insgesamt wurden über 131.000 Sexu -aldelikte registriert. Rund 80 Prozent der Opfer von partnerschaftlicher Gewalt sind Frauen. Vor diesem Hintergrund ging zuletzt ein Video viral, in dem der oberste deutsche Kriminalbeamte auf die Frage, was er Frauen rate, trocken antwortet: «Besser keine Beziehung mit einem Mann eingehen.»
Ein bedrückender Status quo, der eine fundamentale Frage hinterlässt: Wohin mit der ...
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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Neue Stücke, Seite 135
von Lea Goebel
Die Frage ist nicht, wie man heilt, sondern wie man weiterlebt. Auszuhalten, was eigentlich nicht aushaltbar ist, weiter zu machen und an sich festzuhalten, um sich nicht zu verlieren. «Flüchtige Welten» ist kein Theatertext über den Krieg. Er erzählt von den Spuren, die der Krieg hinterlässt, und von den Einschnitten, Umbrüchen und Veränderungen, mit denen er in...
Uraufführungen
A
Emre Akal
Ein Traumspiel (Düsseldorfer Schauspielhaus)
Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey
Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus (Theater Paderborn – Westfälische Kammerspiele)
Sally Anger
Du musst tanzen (Comedia Colonia Theater Köln)
B
Olga Bach
Eine Sache der Auslegung (Schauspiel Köln)
Golda Barton
Die Jane-Austen-Methode...
Wenn ich an die letzten sieben Jahre meiner Arbeit denke, denke ich automatisch an Paulina. Mit ihr verbindet mich eine der wichtigsten Arbeitsbeziehungen meines bisherigen Theaterlebens. Schon in den ersten Proben hatte ich das Gefühl, dass wir eine ähnliche Vor -stellung davon haben, was Schauspiel eigentlich sein kann. Dass uns beide interessiert, einer Figur so...
