Mütterlieben

Sina Ahlers «Milch & Schuld»

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Wenn eine schwanger ist, ist die ganze Mehrheit involviert …», das wird Zartie schlagartig bewusst, als eine einbeinige Taube sie in letzter Sekunde mittels eines Sturzflugs davon abhält, in ein für eine Schwangere natürlich ungenießbares Lachsbrötchen zu beißen. Und schon sind wir mittendrin im Thema.

Was bedeutet Muttersein? Was macht einen Menschen dazu? Wer ist alles involviert, wer wird sich kümmern, und wem «gehört» ein Kind? Welche Erwartungen haben wir an das heranwachsende Kind? Welche möglichen Abweichungen gibt es? Was bedeutet es, in der Schwan -gerschaft zu erfahren, dass das Kind eine Behinderung haben wird?

Dank einer außerordentlich feinen, genauen Sprache, die kein Wort zu viel verliert, gelingt es der jungen Autorin Sina Ahlers, sich mit ihren Figuren dem Thema Leihmutterschaft anzunähern. Zartie ist hier die Frau, die beschlossen hat, ihren Körper für das Geschäft der Leihmutterschaft zu nutzen, die manchmal sehr technisch spricht, ohne dabei je an poetischer Kraft zu verlieren. Dank vieler Wortumstellungen, grammatikalischer Verschiebungen, einer lebendigen Figurensprache, die eine enorme Spielfreude erlaubt, sprechen, denken und schweigen Ahlers Figuren ...

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Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Neue Stücke, Seite 142
von Laura Kohlmaier und Patricia Nickel-Dönicke

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