Macht sie Ibiza!
Die Film- und Tonsociété Cypressenburg hat schon bessere Tage gesehen. Carl Carl – genannt CC –, legendärer Film- und Mu -sikproduzent und Chef der Firma, muss sein Büro im Orchesteraufnahmesaal einrichten. Das Studio wird umgebaut, und die übergeordnete Holding sucht nach einer neuen Konzernleitung. Es sind Zeiten des Umbruchs in der Unterhaltungsbranche. Wir befinden uns in Wien, «irgendwann zwischen 1862 und heute», mitten in der urbanen pluralistischen Moderne, im kulturellen Pott des Großstadt-Molochs.
Hoffnung auf den neuen Posten in der Firma macht sich die Künstler -managerin Gräfin von Cypressenburg. Doch der Zugang zum Gipfel im Showbusiness bleibt der Urenkelin des Firmengründers verwehrt, obwohl ihr Ahne Süliman, so will es die Legende, die namengebende Zypresse aus seiner Heimat vor dem Studio pflanzte, nachdem er sie mit bloßen Händen aus der heimatlichen Erde gegraben und auf einem Esel über die Berge gebracht hatte! Ausgerechnet ein langweiliger Schweizer, ein Schmonzetten-Sänger, soll von der Holding den Zuschlag erhalten. Der verfügt über Beziehungen und Geld, was nötig ist, um in der Unterhaltungsindustrie ein großes Stück vom Kuchen abzubekommen.
Die Autorin ...
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Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Neue Stücke, Seite 142
von Andreas Karlaganis
Zuallererst ist da ein Haus. Ein Konstrukt. Ein System. Es beherbergt un -sere Geschichten. Manches erzählt es, vieles versteckt es. Man muss die Verstecke finden, um alle Geschichten zu entdecken. Nicht nur die, die beim ersten Anblick offenbar werden. Sondern auch die, die wir zunächst übersehen haben. Denn tief im Boden schlummern und grummeln sie.
Sivan Ben...
Begleitet wird er von Aron, einem jungen Mann, den die Universität ihm zur Seite stellt, und Geistern der Vergangenheit. Durch sie werden Oberflächen der Gegenwart durchlässig, entstehen Verbindungen zu tiefer liegenden kol -lektiven Erfahrungen und Gefühlen. Der vielstimmige Monolog verbindet deutsche Historie, Familiengeschichte und Alltagserlebnisse. Und er...
Die Idee zu «Prima Facie» kam Suzie Miller bereits während ihrer Zeit als Jurastudentin, lange bevor sie Dramatikerin wurde. Doch erst nach Jahren der Tätigkeit als Strafverteidigerin und Anwältin für Menschenrechte bot sich ihr die Gelegenheit, das Stück zu realisieren. Die #MeToo-Bewegung hatte Millers Wunsch bestärkt, eine feministische Befragung des...
