Kunst im Bau

Das etwas andere Knaststück: «Knechte» von Caren Jeß und die Uraufführung in Wien – der Stückabdruck liegt dem Heft bei

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Auf der Besetzungsliste von «Knechte» findet sich auch eine Amsel. Das verweist auf das Stück, mit dem Caren Jeß (geb. 1985) ihren Durchbruch hatte: «Bookpink», nominiert für die Mülheimer Theatertage 2020, besteht aus sieben kurzen Stücken, deren Protagonisten verschie -dene Arten von Vögeln – Pfau, Bussard, Spatz usw. – sind.

Als «Bookpink» vor zwei Jahren – samt einem Porträt der Autorin – in Theater heute 3/20 abgedruckt wurde, lagen bereits zwei weitere Jeß-Dramen vor, die beide jetzt uraufgeführt wurden: «Der Popper» in Kaiserslautern (siehe Seite 58 in diesem Heft) und «Knechte» in Wien.

Anders als ihre Artgenossen in «Bookpink» spielt die Amsel in «Knechte» nur eine Nebenrolle. Von den Menschen im Stück wird sie zweimal kurz erwähnt («Die Amsel sieht schön aus», «Das ist ’ne Amsel»), sie selbst aber hat keinen Text, flattert bloß im Hintergrund durch die Szenen, meist mit Futter im Schnabel, das sie für ihre beiden Küken ergattert hat. «Knechte» ist ein Gefängnisdrama, die Amsel, die Mauern und Zäune ja einfach überfliegen kann, steht für das Leben draußen.

Die «Knechte» sind fünf mehr oder weniger schwere Jungs; die meisten von ihnen sitzen ein, weil sie Frauen Gewalt ...

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Theater heute April 2022
Rubrik: Neue Stücke, Seite 36
von Wolfgang Kralicek

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