Kulturkampf, nächste Stufe

Der Stresstest: Was droht der Kunstfreiheit bei einer möglichen AfD-Regierungsbeteiligung? Wie können sich Theater dagegen wehren? Und weshalb ist für die Polarisierungsunternehmer der AfD ausgerechnet die Kulturpolitik so interessant?

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«Alles ist möglich.» Wahlkampfparole der AfD Sachsen-Anhalt

«Die Kunst hat nur wenig direkte Auswirkungen auf andere Funktionssysteme, deshalb gibt es nur wenig gesellschaftliche Reaktionen auf die Ausdifferenzierung und Autonomie des Kunstsystems. Fälle, die auffallen, scheinen typisch solche zu sein, in denen andere Funktionssysteme ihre eigene funktionale Spezifikation nicht erkennen oder nicht akzeptieren und deshalb Entwicklungen im Kunstsystem als Übergriffe oder als zu kontrollierende Fehlleistungen empfinden.

Ein bekannter Fall (…) die politischen Reaktionen totalitärer Regimes des 20. Jahrhunderts, insbesondere in der Sowjetunion oder im nationalsozialistischen Deutschland.» 
Niklas Luhmann: Die Kunst der Gesellschaft

Eines muss man der AfD lassen: Sie nimmt Kultur als politisches Handlungsfeld ernst, und das vielleicht stärker als sämtliche demokratische Parteien. Die Pointe ist, dass es der AfD in der Kulturpolitik nicht nur um Kulturpolitik geht, sondern um einen Systemwechsel.

Ihr erklärtes Ziel ist seit Jahren die «Entsiffung des Kulturbetriebs», so der frühere Bundestags- und heutige Europa-Abgeordnete Marc Jongen schon 2018. Für den Landtagsabgeordneten Hans-Thomas ...

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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Neue Welt, Seite 72
von Peter Laudenbach

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