Die Bewegungsumkehr umkehren

Iris Laufenberg ist oft wütend, aber keineswegs verbittert, denn sie ist und bleibt Optimistin

Theater heute - Logo

Ja, leider, der Backlash ist in vollem Gang. Und ich fürchte, dies ist erst der Anfang dieser erschreckenden Entwicklung: In der Politik, gesellschaftspolitisch im Großen, zwischenmenschlich im Kleinen, das Theater und die Medien gleichermaßen betreffend. Das dürfen wir als (Theater-)Menschen, als Gesellschaft, weder tolerieren noch akzeptieren.

Angst, Unsicherheit, Bedeutungs- und Privilegienverlust sind Motoren für backlashartige Entwicklungen, egal in welchem Bereich. Ich beobachte es zunehmend auch in unserer medialen Landschaft.

Die jüngst durch die Aussetzung der Frauenquote beim Theatertreffen ausgelöste vor allem mediale Diskussion empfinde ich auch ein paar Wochen später als erschreckend. Dabei geht es nicht um die Unabhängigkeit einer Jury, die selbstverständlich nicht in Frage gestellt werden darf. Es geht um den Verlust einer erst zu Teilen erreichten Gleichberechtigung, einen Kampf also, der noch lange nicht abgeschlossen ist und sogleich aufgegeben wird – oder zumindest ausgesetzt wird.

Ja, ich zähle und habe im Blick, wen ich engagiere, bei den Regisseur:innen, bei den Autor:innen, beim Ensemble, bei den Mitarbeiter:innen – nicht für den medialen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Was tun?, Seite 62
von Iris Laufenberg

Weitere Beiträge
Kulturkampf, nächste Stufe

«Alles ist möglich.» Wahlkampfparole der AfD Sachsen-Anhalt

«Die Kunst hat nur wenig direkte Auswirkungen auf andere Funktionssysteme, deshalb gibt es nur wenig gesellschaftliche Reaktionen auf die Ausdifferenzierung und Autonomie des Kunstsystems. Fälle, die auffallen, scheinen typisch solche zu sein, in denen andere Funktionssysteme ihre eigene funktionale...

Die Moderne im Rückspiegel

Ein Kraftwerk der Erinnerung: Geschlagene fünf pausenlose Stunden – es können je nach Vorstellung auch sechs oder sieben werden – sitzt Guido Lambrecht hochkonzentriert auf einem Bänkchen im Bühnenbild und spricht in sachlich referierendem Ton. Meist folgt seine Rede Michel Houellebecqs Roman «Serotonin», an einigen Stellen durchschossen mit eigenen biografischen...

Trash ist nicht der Feind

Ein rätselhafter Todesfall in Wien setzt eine Spurensuche in Gang, die vom zweiten Bezirk bis nach Belgrad führt. In «was übrig bleibt haha» verbindet Barbi Markovic Kriminalgeschichte, Roadmovie und Gesellschaftsporträt zu einer ebenso komisch-grotesken wie verstörenden Erzählung über Herkunft, Zusammenleben und die Strategien, mit denen Menschen sich durch eine...