Im Zeichen der Gurke

Martin Kušej inszeniert den Existenzialismus-Klassiker «Geschlossene Gesellschaft» am Burgtheater; das New Yorker Performance-Duo Nature Theater of Oklahoma zeigt in «Karoline und Kasimir – Noli me tangere» im Wiener Volkstheater die letzten Stunden des neurotischen Dramatikers Ödön von Horváth

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Die Hölle sieht aus wie eine Premierenfeier der Salzburger Festspiele: Vor einer kahlen Wand steht ein Buffet, daneben eine Skulptur des österreichi -schen Ironiekünstlers Erwin Wurm, eine jener Gurken, die auch vor dem Festspielhaus aufgereiht sind. Allerdings in gediegenem Weiß, und nicht wie an der Salzach in Grün. Minimalistisch ist dieses Inferno, das Martin Zehetgruber da im Burgtheater für Jean-Paul Sartres Existenzialismus-Klassiker «Geschlossene Gesellschaft» gebaut hat.

Man weiß nicht so recht, ist es schick oder doch einfach nur deprimierend? Die Buffet-Metallbehälter sind natürlich leer. Wer isst schon im Jenseits?

Tobias Moretti betritt als altlinker Freiheitskämpfer Joseph Garcin seine neue Heimat durch den Zuschauerraum. Der Mann hat zwar politische Ideale, was ihn aber nicht davon abhielt, zu Lebzeiten seine Frau zu quälen und zu betrügen. Das gleißende Saallicht bleibt den ganzen Abend über an, schließlich soll das Publikum auch ein wenig das Gefühl haben, selbst im Fegefeuer zu sitzen. Toilettengänge seien strikt verboten während der Vorstellung, wird man bereits beim Einlass hingewiesen. Für manche durchaus eine Folter: Aus «Huis Clos», so der Originaltitel, ...

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Theater heute April 2022
Rubrik: Aufführungen, Seite 30
von Karin Cerny

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Die Denkmäler sind auf unserer Seite

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Zum Glänzen geboren

So schick wie kalt ist dieser goldene Käfig, bei maximaler Transparenz: Der ehrgeizige, nerdige Kleinbürger Jörgen Tesman hat seine Eroberung, die schöne Generalstochter Hedda Gabler, in einen Plexiglaskasten von einer Villa gesteckt. Wie ein seltenes schönes Tier steht sie da nun und schillert, für alle sichtbar, von Neonlicht erhellt.

Die Welt allerdings, die ist...