Kiew gehört mir!

Ein Tagebuch des Überlebens: Von einem Zivilisten in Zeiten des Krieges. Pavlo Arie

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Vor einem Jahr ging die Beziehung mit dem Menschen, den ich liebe und den ich noch immer über alles liebe, in die Brüche. Das ganze letzte Jahr war ich nur damit beschäftigt gewesen, zu leiden und meinen Gesundheitszustand zu bedauern. Das war eine schleichende und langwierige Depression. Im Dezember jenes Jahres begriff ich, dass ich psychotherapeutische Hilfe brauche. Das hätte ich längst machen sollen, doch ich vermied sie unter allen Umständen, als wollte ich mich halb absichtlich selbst zugrunde richten.

Meine Psychotherapeutin heißt Dina und ist ziemlich gut, doch mein Bemühen endete mit einem Fiasko. Aber einen nützlichen Rat von Dina beherzigte ich weiterhin jeden Tag. Sie riet mir nämlich, ein Tagebuch meiner Emotionen zu führen, dafür habe ich mir eine spezielle App aufs Handy geladen. So entstand auch die Idee eines Tagebuchs, als der Krieg begann und ich begriff, dass das mein Schutzmechanismus ist, mein Versuch, mir selbst nützlich zu sein. Am zweiten Tag des Kriegs begann ich, chaotisch alles aufzuzeichnen, was mir wichtig ist, meine Gedanken, meine Handlungen, ich begann die Welt um mich herum, wie ich sie sehe, aufzuschreiben, alle Veränderungen; das half mir, einen ...

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Theater heute April 2022
Rubrik: Krieg in der Ukraine, Seite 5
von Pavlo Arie

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– Warum gehst du nicht? Bist Du noch immer in Kiew?? – Denk an dich! Du musst leben! Wir brauchen dich! 
– Bist Du verrückt geworden? Wir besorgen Dir ein gepanzertes Fahrzeug, um euch rauszuholen, Du wärest nicht die Letzte,...