Kiew gehört mir!
Vor einem Jahr ging die Beziehung mit dem Menschen, den ich liebe und den ich noch immer über alles liebe, in die Brüche. Das ganze letzte Jahr war ich nur damit beschäftigt gewesen, zu leiden und meinen Gesundheitszustand zu bedauern. Das war eine schleichende und langwierige Depression. Im Dezember jenes Jahres begriff ich, dass ich psychotherapeutische Hilfe brauche. Das hätte ich längst machen sollen, doch ich vermied sie unter allen Umständen, als wollte ich mich halb absichtlich selbst zugrunde richten.
Meine Psychotherapeutin heißt Dina und ist ziemlich gut, doch mein Bemühen endete mit einem Fiasko. Aber einen nützlichen Rat von Dina beherzigte ich weiterhin jeden Tag. Sie riet mir nämlich, ein Tagebuch meiner Emotionen zu führen, dafür habe ich mir eine spezielle App aufs Handy geladen. So entstand auch die Idee eines Tagebuchs, als der Krieg begann und ich begriff, dass das mein Schutzmechanismus ist, mein Versuch, mir selbst nützlich zu sein. Am zweiten Tag des Kriegs begann ich, chaotisch alles aufzuzeichnen, was mir wichtig ist, meine Gedanken, meine Handlungen, ich begann die Welt um mich herum, wie ich sie sehe, aufzuschreiben, alle Veränderungen; das half mir, einen ...
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Theater heute April 2022
Rubrik: Krieg in der Ukraine, Seite 5
von Pavlo Arie
Das Raumschiff ist nicht mehr das neueste. Schlappe 500 Jahre hat das Starship schon auf dem Tacho und seine Commanderin, Queen Lear, auf dem Buckel. Zeit für einen Neuanfang. Die Technik hält zwar gerade noch einigermaßen, auch wenn ein paar Schrauben locker sind, beim Asteroidenslalom der Kabelsalat aus dem Schaltbrett quillt und sich der alte Galaxien-Gleiter...
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Fernsehserie, Frankreich 2021. Start der zweiten Staffel der französischen Erfolgsserie, in der sich ein Pariser Psychoanalytiker mit sich, seinen Patient:innen und den Folgen der Pandemie auseinandersetzt. Mit Frédéric Pierrot, Eye Haïdara, Sharif Andoura, Charlotte Gainsbourg
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Hunde – waren das auf George Orwells «Animal Farm» nicht die bissigen Handlanger, mit denen die Schweine ihre neue Diktatur festigen? In Sapir Hellers Neufassung am Münchner Volkstheater trottet dagegen zu Beginn eine behäbige Hündin ostentativ harmlos nach vorn an die Rampe und erzählt lefzensynchron mit der Stimme von Philipp Lind aus dem Off, wie das damals war,...
