Machtkampf
Die katholische Maria Stuart weigert sich stolz, auf ihren englischen Thronanspruch zu verzichten und hat vielleicht auch ein, zwei Ehemänner um die Ecke gebracht. Ihre protestantische Ri -valin, Elisabeth I., als uneheliches Kind stets im Rechtfertigungsmodus und dennoch 45 Jahre lang Inhaberin der britischen Krone, fühlt sich bedroht – dieser Stoff hat nicht nur Friedrich Schiller fasziniert und ist doch in der klassischen Dramenstofflage eine Seltenheit, weil er zwei starke Frauen in den Mittelpunkt stellt.
Gleichwohl ist der Stoff als Stück auch recht trocken: Von Anfang an sitzt Maria Stuart im Gefängnis, nachdem sie bei Elisabeth eigentlich Schutz suchte. Von Beginn an ist klar, dass sie hingerichtet wird. Es geht nur noch um Detailfragen in diesem «analytischen Drama»: Wie versucht Maria, sich gegen ihr Todesurteil zu wehren, welche Strippen zieht sie, um vielleicht doch begnadigt zu werden – und warum kann Elisabeth nicht anders, als sie hinrichten zu lassen?
In Laura Linnenbaums Inszenierung am Schauspielhaus Düsseldorf donnert am Anfang und Ende Hildegard Knefs «Für mich soll’s rote Rosen regnen» über die Lautsprecher wie beim Amtsabtritt von Angela Merkel – und doch ...
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Theater heute April 2022
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Dorothea Marcus
Liebe Freunde, liebe Kollegen,
es herrscht Krieg in meinem Land und ich will einige Worte dazu sagen. Es sind seelische Beobachtungen einer russischsprachigen Deutsch-Ukrainerin, die in diesen Tagen nicht nur das Scheitern der Diplomatie erlebt, sondern womöglich auch der Kunst.
In der letzen Woche haben mich viele, viele Menschen gefragt, wie es mir und meinen...
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Am Dienstag, dem 23. November 2021, drei Tage nach der Premiere von «Dziady» («Totenfeier») nach dem Drama von Adam Mickiewicz in der Regie von Maja Kleczewska, stürzten alle Server des Juliusz-Słowacki-Theaters in Krakau ab. Weder konnte man die Karten online kaufen, noch die Info-Hotline oder die Theaterkasse telefonisch erreichen. Ausgelöst wurde die Panne durch...
