Im Gespinst der Schuldzuweisungen
Ein trautes Heim war das Landhaus der Familie Tyrone noch nie. Nun unternimmt sie einen letzten Versuch zur Etablierung der harmonischen Ordnung. Der vom Geiz zerfressene Patriarch und abgehalfterte Musicalstar James ist dem Hochprozentigen ebenso verfallen wie James Junior, freier Theatermacher und folglich: abgebrannt. Der jüngere Sohn, Zeitungsschreiber Edmund, ist an Schwindsucht erkrankt, was just an jenem Tag bekannt wird, an dem Mutter Mary einmal mehr von einer Entziehungskur heimkehrt. Clean ist sie deshalb noch lange nicht.
Für alle vier gilt es, ein Familienidyll zu geben, wenigstens für einige Stunden. Doch die Fassade hält nur Augenblicke, rasch zeigen sich Risse auf der glattpolierten Oberflächlichkeit, brechen an allen Beziehungslinien tiefe Konflikte auf.
O’Neills 1940 verfasstes, halb-autobiografisches Stück ist von Hildegard Altmeyer als stahlhartes Gehäuse im Centraltheater umgesetzt. Ein Bauzaun und rote Vorhänge beschneiden den Bühnenraum. Die Zuschauerreihen sind reduziert – vielleicht als Reaktion auf ausbleibendes Publikum. Ohne Wirkung jedenfalls bleibt diese Maßnahme nicht: Das Publikum sitzt fast mittendrin im Gespinst gegenseitiger Schuldzuweisungen. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mülheim, internacional
La alcaldesa, Dagmar Mühlenfeld, invita al teatro de los «Stücke '09». Les damos nuestra más cordial bienvenida a los 34° Días de Teatro de Renania del Norte-Westfalia «Stücke ’09», el festival de nuevo teatro en lengua alemana. El organismo de selección ha nominado siete extraordinarias obras de teatro de impactantes puestas en escena. Es ya...
Deutschland, im Mai 1977. In München packt Franz Beckenbauer, der für ein paar Jahre zu New York Cosmos wechselt, gerade seine Koffer. In Stuttgart-Stammheim sind die Urteile im ersten großen RAF-Prozess gesprochen, deren verheerende Folgen noch nicht abzusehen sind. Und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg wird «Trilogie des Wiedersehens», das dritte...
TH Ist die Jury des Theatertreffens mit sich selbst zufrieden?
Wolfgang Höbel Es ist entschieden die beste aller möglichen Auswahlen.
TH Klingt nicht unbescheiden.
Höbel Die Jury ist eben total begeistert von ihrer Auswahl, und wir haben beschlossen, dass kein Blatt Papier zwischen uns passt. Totale Einigkeit nach innen und nach außen.
TH Der Weg führt vom Selbstlob...
