Wir sind die Größten!

Ein Gespräch mit den Theatertreffen-Juroren Peter Müller und Wolfgang Höbel

Theater heute - Logo

TH Ist die Jury des Theatertreffens mit sich selbst zufrieden?

Wolfgang Höbel Es ist entschieden die beste aller möglichen Auswahlen.

TH Klingt nicht unbescheiden.

Höbel Die Jury ist eben total begeistert von ihrer Auswahl, und wir haben beschlossen, dass kein Blatt Papier zwischen uns passt. Totale Einigkeit nach innen und nach außen.

TH Der Weg führt vom Selbstlob in den Meinungs-Stalinismus?

Höbel Mich hat am meisten überrascht in der Jury, dass wir uns doch erstaunlich wenig streiten.

Peter Müller Das stimmt.

Ich war jetzt zum dritten Mal dabei, und diesmal ging es am schnellsten, weil einfach klar war, welche neun oder zehn in dieser Saison für Berlin in Frage kommen.

TH Für diese schnelle Einigkeit gibt es zwei mögliche Erklärungen: Entweder die Jury ist in diesem Jahr unendlich harmonisch, oder das Theater, das zur Auswahl steht, ist sehr übersichtlich geworden.

Lange Pause

 Ich sehe noch eine dritte Möglichkeit. Es gibt ein paar Illusionen, die man schnell verliert, sobald man in diese Jury eintritt: Man denkt, in der Provinz sei unendlich viel zu entdecken und man müsse nur an möglichst entlegene Orte fahren, um Originelles zu finden. Dem ist leider nicht so. Weiter denkt man, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Mai 2009
Rubrik: Prädikat Bemerkenswert, Seite 10
von Eva Behrendt, Franz Wille

Vergriffen
Weitere Beiträge
Der Direktor

Michael Merschmeier Die Kinder-Frage zuerst: Was war die erste Aufführung, an die Sie sich heute noch erinnern?

Jürgen Schitthelm Das kann ich Ihnen ganz genau sagen. Ich bin ja im Ostteil Berlins
aufgewachsen. 1951 haben wir mit der Klasse im staatlichen «Theater der Freundschaft»
ein Stück gesehen – fragen Sie mich nicht nach dem Autor –, das «Schneeball» hieß....

It´s theatre, stupid

Die Mülheimer Theatertage und das Berliner Theatertreffen sind verwandte Festivals. Beide zeigen im Mai Höhepunkte der deutschsprachigen Theatersaison, für die Auswahl ist jeweils eine Jury aus Theaterkritikern verantwortlich. Der wesentliche Unterschied: In Berlin werden die zehn besten Inszenierungen des Jahres gezeigt, in Mülheim die sieben bis acht besten...

Der Moment der Abrüstung

Wenn Christoph Schlingensief in Wien auftrat, ob mit einer Aktion wie «Ausländer raus!» vor der Oper oder mit Projekten wie «Bambiland» oder «Area 7» im Burgtheater, erwachte die Stadt für kurze Zeit aus ihrem restaurativen Schlummer.

«Provokation!», rief es und «Was will der denn schon wieder!». Journalisten und Leserbriefschrei­ber suchten in den Projekten nach...