Hier wird nicht rumvereinzelt!
Was tun? Um es vorweg zu gestehen: Natürlich habe ich keine Ahnung, was zu tun ist, um emanzipatorische Impulse nicht absterben zu lassen. Geht man allerdings davon aus, dass ein einmal gegebener Impuls nicht so einfach aus der Welt zu schaffen ist (ich erinnere mich ganz vage an den Impulserhaltungssatz aus dem Physikunterricht), habe ich die Hoffnung, dass all diese Impulse der letzten Jahre ihre Wirkung erhalten und entfalten werden. Vielleicht schlägt er so, der Impuls der Zeit: Zwei Schläge vor, einer zurück.
Was heißt das für das Theater? All diejenigen, die fürchten, nicht mehr mitzukommen vor lauter emanzipatorischen Impulsen, sollten wir einladen, an die Hand nehmen und sanft hineinbegleiten in die wahren, schönen und guten Räume des Theaters. Die architektonischen, die gedanklichen, die zwischenmenschlichen.
Dann flüstern wir ihnen leise zu, dass alles nicht so schlimm wird, dass sie nun entspannen können, dass sie möglicherweise sogar lebendig wieder herauskommen. Nur als andere. Als sie befürchtet hatten. Denn ein solcher Prozess ist kein kurzer, der ihnen gemacht wird. Es ist ein längerer. Das Urteil sprechen sie am Ende selbst, über uns, über sich, die Überführten. ...
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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Was tun?, Seite 63
von Markus Scheumann
Im Theater werden Triggerwarnungen eingesetzt, um das Publikum auf das vorzubereiten, was kommt. In der Welt da draußen gibt es das nicht – obwohl es immer wieder eindeutige Hinweise und Warnungen gibt, die versuchen, auf sensible Entwicklungen aufmerksam zu machen. Warum hört das niemand?
Was im Theater gezeigt wird, wird oft als bloße «Vorstellung» betrachtet,...
Sie wartet, bis es dunkel wird. Sie wartet noch ein bisschen. Dann schließt sie die Augen und taucht ein. Sie schwimmt durch den Grenzfluss, von der Türkei nach Griechenland – tatsächlich, sie schwimmt einfach so von einem Land ins nächste, und keiner hält sie auf. Sie erreicht das andere Ufer. Sie legt eine Hand auf ihren Bauch. Etwas in ihr lebt.
In Mazlum...
Vielleicht haben wir einen Fehler gemacht. Damals in der Pandemie, als wir uns fragten, welche Berufe für den Erhalt unserer Gesellschaft notwendig seien und welche nicht. Vielleicht war unser Eingeständnis, künstlerische Arbeit sei nicht systemrelevant, voreilig. Zu jovial vielleicht, zu wohlfeil – wie sich der Künstler gern mal gibt. Bescheidenheit dient ihm als...
