Geschichten eine Stimme geben

Paulina Alpen setzt auf die kleinen Dinge, die einen Menschen politisch machen

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Als mich die Anfrage erreichte, ob ich eine persönliche Anregung zu den emanzipatorischen Impulsen der letzten Jahre schreiben möchte, überkamen mich zwei Gefühle: große Lust, mich dieser Aufgabe zu stellen, direkt gefolgt von der Angst, was ich denn überhaupt zu sagen habe?

Ich bin Schauspielerin, Theatermacherin, keine Politikerin oder auch Aktivistin. Ich würde mich sogar selbst, leider, als zu unpolitisch bezeichnen in einer Zeit, in der es kaum möglich ist, unpolitisch zu sein.

Auf der anderen Seite merke ich, dass für mich Dinge selbstverständlich sind, die in anderen Widerstand oder Unverständnis auslösen. Für mich stellt sich z.B. gar nicht die Frage, ob ich gendere, ich tue es einfach. Für andere mag dies eine Verhunzung der deutschen Sprache bedeuten, für mich bedeutet es Inklusion. Mich kostet dieser Vorgang nichts, es ist eine Millisekunde, eine winzige Pause, für andere bedeutet es hingegen, dass sie dazugehören. Es ist ein Zeichen dafür, dass unsere Gesellschaft divers ist. Oft sind es doch die kleinen Dinge, das ganz Alltägliche, das einen Menschen politisch macht oder das einen Unterschied bringt. Aber vielleicht sage ich mir das auch nur, um mich nicht jeden Tag ...

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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Was tun?, Seite 44
von Paulina Alpen

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