Glück im Bau
Wovon andernorts schon lange keiner mehr zu träumen wagt, in München gelingt es derzeit fast reibungslos und geradezu in Serie: Ganz ohne Skandale, Budgetüberschreitungen oder Baumängel reihen sich in diesem Herbst die Einweihungen neu gebauter städtischer Spielstätten – alles noch Vor-Corona-Planungen, versteht sich, denn im laufenden Haushaltsjahr und womöglich auch im kommenden müssen auch die Münchner sparen.
Den Anfang machte im September der Ersatzbau für das sanierungsbedürftige «Schwere Reiter» auf dem Gelände des Kreativquartiers am Leonrodplatz, Spielort für freies Theater, Musik und Tanz. Und schon hier kann sich die Interimslösung sehen lassen: mit imposanter Spundwandfassade und 1:1-Übertragung der bisherigen Bühnenmaße (leider auch der geringen Raumhöhe, da wäre noch Luft nach oben gewesen), ergänzt um ein Studio und endlich auch mit getrennten Toiletten für Publikum und Auftretende. An die schroff und im Inneren hell strahlende Kunst-Werft, vom Architekturbüro Mahlknecht Herrle für gerade mal 3,5 Millionen Euro als recycelbares Provisorium konzipiert, könnte man sich auch auf Dauer gewöhnen. Ebenso wie an das drei Wochen später eröffnete Ausweichquartier für die ...
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Theater heute Dezember 2021
Rubrik: Theaterneubau, Seite 44
von Silvia Stammen
ALTENBURG GERA, THEATER
12. nach den Gebrüdern Grimm, Das tapfere Schneiderlein
R. Manuel Kressin
ANSBACH, THEATER
4. Willemsen, Habe Häuschen. Da würden wir leben
R. Robert Arnold
16. Jacobs und Netenjacob, Extrawurst
R. Axel Krauße
BADEN-BADEN, THEATER
4. Tabori, Mutters Courage
R. Franziska Stuhr
BASEL, THEATER
4. nach Balzac, Verlorene Illusionen
R....
Das letzte Abendmahl ist ärmlich, die Nachthemden sind knöchellang, die Bärte falsch, Choräle klingen schief, und der Teufel sitzt auch mit am Tisch. Das kann nur ein religiöses Laientheater werden. Die Souffleuse kommt als schlüsselschwingende Krankenschwester auf die Bühne. Im Irrenhaus sind wir also, wie bei Peter Weiss’ «Marat/Sade». Robert Borgmanns Bochumer...
Lakonisch plakatieren die Bühnenarbeiter zu Beginn der Inszenierung einzelne Papierbahnen zum Prospekt. Die Fotografie fixiert einen nackten Mann im Moment des Sprungs, allein auf einer sonnigen Dachterrasse. Seine Arme umfassen die angewinkelten Beine, das lange pechschwarze Haar verhüllt sein Gesicht und steht steil in der Luft, aller Schwerkraft zum Trotz. Die...
