Die ganze Welt ist Bühne

Klaus Pohls Meta-Roman über Peter Zadeks «Hamlet»-Inszenierung: «Sein oder Nichtsein»

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Kein Geringerer als Shakespeare selbst hat Klaus Pohl diesen Auftrag gegeben: der Nachwelt zu übermitteln, wie das so war bei Peter Zadeks legendärer «Hamlet»-Inszenierung zum Ende des letzten Jahrtausends. Denn immerhin war Klaus Pohl Horatio, Hamlets Wittenberger Kommilitone, dem der Prinz im Sterben zuruft: «Horatio. Ich bin tot, du lebst: allen, die fragen, berichte von mir und meiner Geschichte.

» 

So viele sind tot, die 1999 in Straßburg für die Wiener Festwochen probten: Peter Zadek (†2009), Bühnenbildner Wilfried Minks (†2018), der Geist Hermann Lause (†2005), Claudius Otto Sander (†2013) und, zentral in Pohls Erinnerungen: Ulrich Wildgruber, der sechs Monate nach der Premiere im Mai 1999 seinem Leben in der Nordsee ein Ende setzte. Wildgrubers Todessehnsucht durchzieht Klaus Pohls üppig sinnlichen Roman, der auf 1000 Seiten Notizen aus den Straßburger Proben basiert, wie ein dunkler Basso Continuo. 

Die Vorgeschichte des Buches ist eine Geschichte für sich. Lange fand Pohl keinen Verlag, fünf Nächte lang las er ihn selbst im Hamburger Fleet Street Theater vor, daraus wurde 2017 ein rasantes Hörbuch, vier Jahre später nun das Buch zum Hörbuch. Es beginnt mit der ersten ...

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Theater heute Dezember 2021
Rubrik: Bücher, Seite 69
von Barbara Burckhardt

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