Zwänge der Selbstauslegung

Canberk Köktürk «Der Komiker. Eine Tragödie»

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Die erste Pointe lauert im Titel selbst. Wir sind scheinbar konfrontiert mit einem Kalenderkalauer: Alles Komische ist tragisch. Komik und Tragödie erklären sich gegenseitig. So einfach. So frech. So irreführend. So programmatisch.

Jedoch, der Autor Canberk Köktürk interessiert sich in seinem ersten Theaterstück, das als Auftragswerk für das Düsseldorfer Schauspielhaus entstanden ist, für weitaus mehr als die vertraute Pointe über die seit jeher traurige Seele des Clowns.

Gegenwärtiger und unangenehmer stellt er in Frage, unter welchen Bedingungen heute Comedy entsteht und wer sie unter welchen Umständen überhaupt sprechen darf.

Im Zentrum steht der Stand-Up-Comedian Emre Safoglu, der sich mit zähem Eifer durch eine Karriere in der deutschen Un -terhaltungsindustrie parcourt – vom Comedy-Club bis ins Abendprogramm des deutschen Mainstream-TV. In fünf Akten gebaut, linear erzählt, mit präzisen Zeitsprüngen verdichtet, entfaltet die «Tragödie» zunächst die Struktur eines einfach konventionellen Theaterabends, unterläuft jedoch dabei fortlaufend die eigene Erzählung durch eine Struktur, die alles immer wieder als neue mediale Performance entlarvt. Denn Emres Geschichte bleibt nie ...

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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Neue Stücke, Seite 141
von Natalja Starosta

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