Film: Außer Kontrolle

Was bleibt, wenn der Körper kollabiert? Peter Kurth als Boxer Herbert im gleichnamigen Film von Thomas Stuber

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Er war Tschechows Onkel Wanja und Kleists Kurfürst Friedrich Wilhelm, Schillers Präsident von Walther, der weise Nathan und Galileo Galilei. Wen auch immer er spielte, am Hamburger Thalia Theater, am Berliner Maxim Gorki und jetzt in Stuttgart: Sie waren unverwechselbar in ihrer körperlichen Präsenz. Ein wuchtiger Körper, dieses Gesicht mit der Pinocchio-Nase, das brutal sein kann, melancholisch, gutmütig.

In Thomas Stubers Film «Herbert» ist er jetzt der Titelheld, ein alt gewordener Boxer. Eine Körperrolle.

Im Jahrbuch 2014, als Kurth als Stuttgarter Wanja Schauspieler des Jahres wurde, hat er erzählt, was die Rolle, die da gerade abgedreht war, seinem Körper abverlangte: «Innerhalb von vier Monaten hab ich mich trainieren lassen, Muskelaufbau betrieben, zehn Kilo zugenommen, angefangen zu boxen – mit zwei Schlägen kann man boxen, der Trend geht da hin –, und nach zehn Drehtagen angefangen zu hungern und in fünf Wochen wieder zwölf Kilo abgenommen. Ich hoffe, dass die Quälerei im Film zu sehen ist!»

Sie ist zu sehen. Und noch viel mehr. Denn der Film «Herbert» sieht nur auf den ersten Blick aus wie ein Boxerfilm, wenn die Kamera zu Beginn, nachdem sie die Tattoos auf Herberts ...

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Theater heute Februar 2016
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Barbara Burckhardt

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