Am Ende wartet immer der Tod
Das Almeida Theatre in Londons Norden steht, seit Rupert Goold die Intendanz übernommen hat, für und auf Klassiker-Updates. Nach einem komplexen «Kaufmann von Venedig» in Las Vegas machte man sich nun an die «Orestie». Die setzt Regisseur Robert Icke in seiner eigenen Fassung in ein unbestimmtes Heute, wo der Realpolitiker Agamemnon in seinem smarten grauen Anzug und dem Willen, «to do the right thing», merkwürdig an Tony Blair erinnert: Beide mischen in die existenzielle politische Entscheidung, in den Krieg zu ziehen, eine irrationale religiöse Ebene, um stärker zu wirken.
Der britische Ex-Premierminister und gläubige Christ Blair ließ bei seinem Eintritt für den Irakkrieg tatsächlich unterschwellig mitschwingen, er habe Gott auf seiner Seite: «I think if you have faith about these things, you realise that judgement is made by other people ... and if you believe in God, it's made by God as well.» Das ist nicht weit entfernt von einem Agamemnon, der, als der Aufbruch nach Troja in Frage steht, mit einem öffentlichen, religiös motivierten Ritual eine klare Entscheidung für diesen Krieg trifft. Und in Anbetracht der Tatsache, dass die Briten die Auswirkungen von Blairs Irakkrieg ...
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Theater heute Februar 2016
Rubrik: Ausland, Seite 40
von Patricia Benecke
Die Globalisierung hat auch ihre lustfördernden Seiten: Sextourismus war noch nie so einfach wie heute. Rebekka Kricheldorfs «In der Fremde» versammelt ein paar besonders spektakuläre Exemplare westlicher Alltagssexisten, die in Thailand, Mexiko oder Jamaica ihre überlegene Wirtschaftskraft potenz- oder zumindest frequenzsteigernd einsetzen. Ihr überbordender...
«Wahrscheinlich trage ich eine furchtbare Schuld, aber meine Gedanken sind ganz durcheinander, meine Seele ist in Trägheit erstarrt, und ich habe nicht die Kraft, mich zu verstehen.» (Iwanow)
1. MEIN MANTRA
Ich bin ein Mensch, ich bin ein Mensch, ich bin schon erwachsen, ich bin schon erwachsen, ich bin okay, das ist mein Mantra, das ist mein Mantra, das ist...
Franz Wille Frau Kisseler, Sie sind ein gutes halbes Jahr Präsidentin des Deutschen Bühnenvereins, traditionellerweise eher eine Aufgabe für wettergegerbte Altintendanten wie August Everding, Jürgen Flimm oder zuletzt Klaus Zehelein. Wie sind Sie in dem neuen Amt angekommen?
Barbara Kisseler Ich fühle mich von den Mitgliedern getragen. Ich hatte im Stillen...
