«Es gibt keine Rückkehr zur Normalität»

Alexander Karschnia, Mitglied der freien Gruppe andcompany&Co, über Proben mit Seniorenschauspieler*innen und Krisenzuspitzungen während der Pandemie

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Anja Quickert Wir befinden uns mitten im zweiten Lockdown. Wie sieht Ihr Alltag im Ausnahmezustand aus, Alexander?

Alexander Karschnia Meiner Familie geht es so weit gut. Der zweite Lockdown ist ja softer als der erste. Im Frühjahr hatten wir das volle Programm mit Homeschooling und Homeoffice. Das war hart – und meine achtjährige Tochter hat mir als Lehrer schlechte Noten ausgestellt: Ich sei viel zu ungeduldig, meint sie. Unser sechsjähriger Sohn wurde erst vor einigen Wochen eingeschult.

Wir können nur hoffen, dass der Unter­richt stattfinden kann, bis er zumindest die Grundlagen des Lesens gelernt hat. Seine Lehrerin hat uns mithilfe eines kubistischen Kunstwerks verdeutlicht, wie groß die intellektuelle Herausforderung ist, Buchstaben zu lernen. Ohne spezielle didaktische Ausbildung kann man das gar nicht vermitteln.

AQ Welche Corona-bedingten Veränderungen erleben Sie als besonders gravierend?

Karschnia Wir sind eigentlich ein sehr offenes Haus: Bei uns gibt es keine verschlossenen Türen. Deshalb sind viele gern bei uns und den Kindern. Das zu regulieren, die Kontakte einzuschränken, ist wirklich nicht einfach. Außerdem habe ich Sorge, dass wir langsam alle zu Covidioten ...

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Theater heute Januar 2021
Rubrik: Parkbank-Gespräche, Seite 24
von

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