Dresden: Bierjunge hängt

nach Heinrich Mann «Der Untertan»

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«Bierjunge!», ruft Jannik Hinsch alias Diederich Heßling seinem Gegenspieler, dem liberalen Anwalt Buck entgegen, der eben dem Publikum erklärt, dass Heßling als Untertan «der Typus seiner Zeit» sei. «Hängt!», brüllt es aus der letzten Publikumsreihe zurück. Hinsch und Lukas Rüppel, der als Buck davon träumt, Schauspieler in Berlin zu sein und dafür am liebsten in Heßlings Rolle schlüpfen würde – diese beiden ziehen vorn vor der Rampe zackig ihr Saufduell durch, bevor sie in Richtung letzte Reihe stürmen.

Dort sitzt tatsächlich ein Grüppchen Burschenschaftler in Couleur, und zu dritt vollführen sie mit dem «Hängt!»-Rufer ein komisches Ritual aus Trinkversen, Bierglasgeruder und Kampfschlucken. «Der könnte meine Rolle spielen!», schnaubt Hinsch-Heßling mit Blick auf den dritten Mann, der sein Glas in einem Zug geleert hat.

Das (halb?) improvisierte Intermezzo nach der Pause stellt mit einem Schlag eine Realitätsanbindung her, an der Jan-Christoph Gockels Roman-Inszenierung bis dahin etwas mühsam gebastelt hat. Denn so sehr man vielleicht und gerade in Dresden versucht ist, alle Burschenschaftler für rechts zu halten und alle Rechten für ängstliche Kinder, die sich nach autoritären ...

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Theater heute Dezember 2018
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Eva Behrendt

Vergriffen
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Die Zukunft wird weiblich», versprach das Badische Staatstheater Karlsruhe zum Saisonstart, und verwies damit zunächst mal aufs eigene Personal: Seit Sommer sind vier der fünf Spartenleitungen weiblich besetzt (das Junge Staatstheater bildet mit Otto A. Thoß die Ausnahme), und Schauspieldirektorin Anna Bergmann hat für ihre erste Spielzeit ausschließlich...

Daten (12/2018)

Aalen, Theater der Stadt
15. Stephens, Heisenberg

R. Tonio Kleinknecht 

Altenburg/Gera, TPT
2. Schöne/Haugwitz, Der glattrasierte Weihnachtsmann

R. Robert Arnold (Altenburg)
6. nach den Gebrüdern Grimm, Der gestiefelte Kater – Vertrauen will gelernt sein
R. Christine Bossert (Gera) 

Ansbach, Theater
1. nach Vorlicek und Pavlicek, Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

R....

Das finale Szenario

Das Theater kann auch in den schlimmsten und bedrohlichsten Stunden des Lebens für ein Durchatmen gut sein. Fritz streift in den letzten Kriegstagen 1945 durch das zerbombte Berlin, desillusioniert, eigentlich will er mit dem ganzen Schlamassel nichts mehr zu tun haben: nur weg hier, hinaus zu den Seen, wo sein Boot auf ihn wartet, das ihm Schutz und Unsichtbarkeit...