Heidelberg: Drohnen drohen hinter Drohnen
«Man will doch nicht von einem Gerät umgebracht werden», poltert Peter Anders. Er muss es wissen, der Mann hat gedient. Sätze wie dieser, die schon in sich so komisch widersprüchlich sind, dass man sich wundert, dass am Ende der Punkt hält, gehen beim Lesen des erklärfreudigen Kampfroboter-Kammerspiels «Im Schatten kalter Sterne» von Christoph Nußbaumeder fast unter. Freigelegt und zugespitzt haben sie Regisseur Bernhard Mikeska und die Dramaturgin Maria Schneider.
Mit forschen Text-Strichen, Spaß an der Situationskomik und charmant eigenlogischen Regiesetzungen hat deren Uraufführung am Theater Heidelberg dem well-made play einiges an didaktischer Schwere genommen.
Im Zentrum des Dramas, das in Heidelberg in nur 75 Minuten über die Bühne rauscht, steht Wolfgang Anders. Dem brillanten Programmierer (und Sohn des eingangs zitierten Experten) ist es gelungen, die Konzepte Schwarmintelligenz und Künstliche Neuronale Netze (KNN) zu verknüpfen. Jetzt, nach der Übernahme seines Start-ups durch den Waffenbauer «Bimini Defence», entwickelt er sehr spezielle Kleinst-Kampfdrohnen. Sie treten im Schwarm auf, kommunizieren untereinander und entscheiden autonom und ohne schlechtes Gewissen, ...
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