Brückenschlag
Symbolischer kann ein Ort nicht sein: Die Trennung von Okzident und Orient und der Versuch, sie zu überwinden, materialisiert sich kaum irgendwo einleuchtender als in der Galata-Brücke, die sich in Istanbul über das Goldene Horn spannt und das alte Istanbul mit den neuen, europäischen Stadtteilen Galata und Beyoglu verbindet. Die Brücke, die dort seit 1912 stand und 1994 durch eine hochmoderne Klappbrücke ersetzt wurde, war Anlegestelle, Umschlagplatz, Flaniermeile, Wahrzeichen.
Um diese Brücke geht es im Stück des 42-jährigen Franzosen Gilles Granouillet, der 2000 drei Monate als Stipendiat in Istanbul verbrachte.
Die alte Brücke hat ausgedient, und zwei Konsortien, ein französisches, ein deutsches, konkurrieren um den Erwerb der legendären Antiquität. Die Deutschen wollen sie nach Hamburg bringen und ein Restaurant aus ihr machen, die Franzosen planen eine Zerstückelung im Geist der Berliner Mauer mit anschließendem Souvenirhandel. Das türkische Parlament tendiert zum deutschen Angebot, da hat Tilbe Ecer, die viersprachige, polyglotte türkische Partnerin des französischen Global Players Dux, eine ebenfalls historisch inspirierte Idee: Sie überredet einen Not leidenden Fischer, ...
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