Brigadier Siegfried, Schriftsteller Franz
Europas Festival» – darunter macht es diese dritte Ausgabe des Lausitz Festivals nicht, und tatsächlich hat Festivalintendant Daniel Kühnel hier einen kleinen Theatercoup gelandet. Er brachte das Ensemble des Schauspielhauses Hamburg mit Stefan Pucher ins sächsische Weißwasser. Hier hatte zur Festivaleröffnung «Julius Caesar» Premiere, der auch die Spielzeit des Schauspielhauses eröffnet (siehe S. 13f. in diesem Heft).
Die Bühne im ehemaligen Telux-Glaswerk hat das Festival vor drei Jahren mit eigenen Mitteln installiert und wird mittlerweile ganzjährig auch von anderen Theatern genutzt. Beim Lausitz Festival, das unter anderen aus dem Braunkohleregiontransformationsfonds finanziert wird, heißt es klotzen statt kleckern. In den drei Wochen Festival gibt es 50 Veranstaltungen an 20 Orten. Hauptsächlich Konzerte, aber auch Leseund Gesprächsformate und eine Kunstausstellung finden sich im Programm. Die Neue Bühne Senftenberg und das Staatstheater Cottbus sind als Kooperationspartner mit jeweils einer eigenen Produktion an Bord des Kulturdampfers.
Spurensuche im Mansfelder Land
Dort hat sich Armin Petras, Teil der Schauspieldirektion am Cottbuser Theater, zusammen mit den beiden ...
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Theater heute 11 2022
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Torben Ibs
Schlechte Zeiten für Helden beim Spielzeitauftakt am Schauspiel Nürnberg. Don Karlos ist und bleibt der im politischen Familienkampf Unterlegene; Odysseus taugt nicht zum mutigen Vorbild: zwei Männer mithin, die in den Inszenierungen Opfer der Verhältnisse und auch der Frauen werden. Da können sie noch so auf Ehre und Moral pochen, mögen sich herausreden und ihre...
Diese Situation kennt man vielleicht aus wirren Albträumen: Man hat eine Leiche am Hals, weiß nicht, woher sie kommt und ob man selbst für den Tod des Menschen verantwortlich ist. «Hitze» («La Chaleur»), der erfolgreiche Debütroman des Franzosen Victor Jestin (Jahrgang 1994), fängt mit einer ähnlich absurden Situation an: Der 17-jährige Léonard beobachtet den...
Eigentlich gehört sie gar nicht dazu. Iphigenie, ist «die Handlung vor der Handlung / der Hintergrund / um die Story auszulösen». Schließlich, so erzählt es Aischylos’ «Orestie», muss Iphigenie geopfert werden, damit ihr Vater Agamemnon überhaupt gegen Troja in den Krieg segeln kann. Denn vorher ist da Windstille, gottverdammte Flaute. Agamemnon also opfert seine...
