Mondgefühle
«Mödchen» hat es gerade schwer. «Schnief schnief schnief», beginnt der Text, und es/sie betont gleich mehrfach, sie sei «entzweigebrochen und nicht wieder heilgeworden». Mehr könne sie «vorerst nicht anbieten». Wenn die Anzeichen, zu denen eine lange Playlist gehört, darunter Helene Fischers «Atemlos», nicht trügen, handelt es sich um einen schweren Fall von Liebesleid, hervorgerufen von einem Sheitan, ergo böser unzuverlässiger Verführerdämon, den sie nicht lassen kann.
Ihre Mama macht sich auch große Sorgen, Opa hält gleichfalls Händchen, und zusammen machen sich die drei auf den Weg zum Mond, der alten Anheulstation für Melancholiker. Dort stören Asteroidenschwärme und irgend -welches Kriegsgerät, doch gleichzeitig barmt Mödchen auf einer wortreich beschworenen einsamen Mole immer noch von ihrem Sheitan, bis eine herzige Sternschnuppe sie am Ende doch noch tröstet.
So ließe sich die Leipziger Schrumpffassung von Maren Kames Langgedicht «Luna Luna» zusammenfassen, wo man keine Mühe scheut, aus dem ganzen Mödchen-Elend einen bunten Abend zu basteln. Auf einer etwas beliebigen Gassenbühne mit rotem Theatervorhang in der hintersten Reihe, auf tiefschwarzem Lackboden (Katrin ...
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Theater heute 11 2022
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Franz Wille
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