Bonus-Material?
Ganz allein für das Kind will sie eine Dampfnudel machen – zur Einschulung, für das große Fest, mit Schul -tüten und ganz viel Süßigkeiten. Saskia übt die berührende Rede vor dem Spiegel, baut verschiedene Pointen und Spannungsmomente ein, und ist selber ganz ergriffen. Doch gibt es zahlreiche Schwierigkeiten zu überwinden, bevor die Dampfnudel endlich auf dem Tisch steht.
Ist Ines einverstanden? Und hat Nils ihr überhaupt von der Idee erzählt?
Dmitrij Gawrisch, in der Spielzeit 2022/23 Hausautor bei den Bühnen Bern, zerlegt in seiner Komödie die Kleinfamilie in ihre Einzelteile. Was geschieht mit der Familie nach ihrem Zerfall – im Patchwork-Fall, der versuchten Neuzusammensetzung? Wie organisieren sich Vater und Mutter mit ihren jeweiligen neuen Partner:innen, mit bisherigen Großeltern und Schwiegergroßeltern, neuen Großeltern und neuen Schwiegergroßeltern? Tanten, Onkeln, Freund:innen auf allen Seiten und weiteren Verwandten? Wer hat welchen Anspruch auf das Kind? Kann die leibliche Mutter über die Einschulung allein entscheiden, oder müsste Saskia nicht auch mitreden dürfen? Gilt es beim Wechselmodell vielleicht, eine Rechnung aufzumachen aus gemeinsam verbrachter Zeit = ...
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Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Neue Stücke, Seite 146
von Felicitas Zürcher
Ein Nicht-Ort: eine trostlose Haltestelle, eine kaputte Ampel und ein heruntergekommener Imbiss. Natürlich mit Nieselregen. Eine beliebige Kreuzung in einer beliebigen Stadt wie, sagen wir mal, Oberhausen. Nirgendwo und überall zugleich.
Im Imbiss sitzen die drei Frauen* Luca, Carla und Linn, die sich im Maschinenraum der Psyche oder auch dem Kraftcenter der Krise...
Amir Gudarzi kritisiert das verbreitete Bedürfnis, seine Werke mit der Herkunft ihres Autors erklären zu wollen und die Nationalitäten, die ihm daraufhin zugeschrieben werden: «der iranische Dramatiker», «der iranisch-österreichische Autor», «der talentierte Exildramatiker», «der Exil-Iraner», «der österreichische Autor». Tatsächlich gibt es kaum etwas, das weniger...
In ihrem berühmten Essay «Anmerkungen zu Camp» schreibt Susan Sontag 1964, dass die wesentlichen Merkmale von «Camp» die Liebe zur Künstlichkeit, zum Artifiziellen und zur Übertreibung sind. «Camp» ist für Susan Sontag das Gefühl für eine bestimmte Ästhetik, etwas, das mit «kitschig» oder «affektiert» nur unzureichend zu übersetzen ist. Für Sontag ist «Camp» der...
