Vater ans Licht!

Roland Schimmelpfennig «Laios»

Theater heute - Logo

Jedes Kind kennt Ödipus. Der bekannteste Vatermörder, Mutterliebhaber und Rätsel -löser aller Zeiten wird seit jeher in den unterschiedlichsten Disziplinen mit einem Höchstmaß an interpretatorischer und künstlerischer Aufmerksamkeit bedacht. Doch nicht so seine Eltern Laios und Iokaste. Insbesondere der Vater Laios, der in der Tragödie «Ödipus Tyrannos» von Sophokles nur aus der Retrospek -tive als Corpus Delicti Erwähnung findet, verbringt sein Dasein bislang weitgehend unbehelligt im Schatten der gewaltigen Rezeptionsgeschichte offstage.

Das mag zum einen mit der Überlieferungssituation der antiken Literatur zusammenhängen. Zwar wissen wir von einer Tetralogie des Aischylos mit den Tragödien «Laios», «Ödipus»,

«Sieben gegen Theben» und dem Satyrspiel «Sphinx», doch von «Laios» sind ebenso wie von «Ödipus» und «Sphinx» nur ein paar kümmerliche Zeilen erhalten. Das Gleiche gilt für eine Tragödie des Euripides mit dem Titel «Chrysippos», dem Namen von Laios’ Geliebten aus Pisa, und für die beiden epischen Dichtungen «Oidi -podeia» und «Thebais», die ebenfalls bis auf geringfügige Reste verlorengegangen sind.

Zum anderen aber scheint die rezeptionsgeschichtliche Fokus-Verschiebung ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Neue Stücke, Seite 159
von Sybille Meier

Weitere Beiträge
Back to the boots

Ich verzichte auf: Unnötige Autofahrten – außer Eishockeytaschen und Eishockeyspieler müssen transportiert werden, scheint das sehr gut aufzugehen. Manchmal wäre es hilfreich, wenn die Bahn nicht so willkürlich geworden wäre, dass man manchmal einfach in Darmstadt oder Basel Bad so mir nichts dir nichts nachts gestrandet wäre … «Nein, also das nächste Mal fahre ich...

Reparieren statt Ausbrennen

Mich persönlich hat die Corona-Pandemie vor dem Burnout bewahrt. Ich war zu dieser Zeit mit so vielen Projekten gleichzeitig beschäftigt, dass es diese höhere Gewalt brauchte, um anzuhalten. Ich habe – auch während Corona – nicht wenig gearbeitet, hatte Glück, dass keines meiner Projekte abgesagt (nur verschoben) wurde, wie es vielen anderen Kolleg:innen passierte,...

Sechs Bäume in sechs Jahren

Gleich zu Beginn des Jahrtausends hat BP folgende rhetorische Frage mit 250 Millionen Werbeetat ins Rennen geschickt: Sollten wir nicht alle individuell was ändern müssen? Wir, die Konsum-Mäuse, anstelle der großen Player. Ab 2001 jedenfalls konnte maus auf der BP-Website nachrechnen, was für einen Fußabdruck sie täglich hinterließ. So ein Käse! Die großen...