Vater ans Licht!

Roland Schimmelpfennig «Laios»

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Jedes Kind kennt Ödipus. Der bekannteste Vatermörder, Mutterliebhaber und Rätsel -löser aller Zeiten wird seit jeher in den unterschiedlichsten Disziplinen mit einem Höchstmaß an interpretatorischer und künstlerischer Aufmerksamkeit bedacht. Doch nicht so seine Eltern Laios und Iokaste. Insbesondere der Vater Laios, der in der Tragödie «Ödipus Tyrannos» von Sophokles nur aus der Retrospek -tive als Corpus Delicti Erwähnung findet, verbringt sein Dasein bislang weitgehend unbehelligt im Schatten der gewaltigen Rezeptionsgeschichte offstage.

Das mag zum einen mit der Überlieferungssituation der antiken Literatur zusammenhängen. Zwar wissen wir von einer Tetralogie des Aischylos mit den Tragödien «Laios», «Ödipus»,

«Sieben gegen Theben» und dem Satyrspiel «Sphinx», doch von «Laios» sind ebenso wie von «Ödipus» und «Sphinx» nur ein paar kümmerliche Zeilen erhalten. Das Gleiche gilt für eine Tragödie des Euripides mit dem Titel «Chrysippos», dem Namen von Laios’ Geliebten aus Pisa, und für die beiden epischen Dichtungen «Oidi -podeia» und «Thebais», die ebenfalls bis auf geringfügige Reste verlorengegangen sind.

Zum anderen aber scheint die rezeptionsgeschichtliche Fokus-Verschiebung ...

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Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Neue Stücke, Seite 159
von Sybille Meier

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