Bomben entschärfen im freien Fall
Genie ist die Kraft, sich unendlich Mühe zu geben», aber «sich Mühe geben allein nützt gar nichts». Zwischen den beiden Sentenzen aus Alexander Kluges filmischem Frühwerk «Ar -tisten in der Zirkuskuppel: ratlos» steckt das ganze verfluchte Dilemma der Kunst wie des Lebens. Doch zum Glück liefert der unentwegte Gedankenjongleur und Assoziationskünstler Kluge, der gerade mit wunderbarer Leichtig -keit 90 Jahre alt geworden ist, den Trost gleich hinterher: «Ratlos ist kein negatives Attribut. Ratlosigkeit ist ein Zustand, der Suchbegriffe in Gang setzt.
Besser ratlos als tatenlos.»
Damals im Film machte sich die Zirkus-Erbin Leni Peickert, tapfer und unnahbar gespielt von der jungen Hannelore Hoger, auf die Suche nach der Möglichkeit eines Reformzirkus, in dem keine dressierten, sondern authentische Tiere ausgestellt werden – ein Paradox und selbstverständlich unerfüllbar, aber auch ein treffendes Bild für die Aufbruchstimmung in der Bundesrepublik um 1968. Rat sucht sie vergebens unter anderem auf einem Kongress der Zirkusunternehmer (zu sehen sind Bilder vom letzten Treffen der Gruppe 47 im Jahr zuvor) und strandet schließlich – «Nur als Kapitalist, ändert man das, was ist» – doch ...
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Theater heute Mai 2022
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Silvia Stammen
Wie frau es macht, ist es verkehrt: Die Kinder -lose ist kalt, herzlos und unweiblich, auch wenn sie sogar das Klima schont. Die Frau, die will, kann auf einmal nicht und begibt sich in die brutalen Zwänge der Kinderwunschindustrie. Die Mutter, die es zu Kindern gebracht hat, scheitert an der Karriere und ist sowieso an allem schuld, während die Übermutter ohne...
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Schenkeli. Mit großem Ernst verteidigt Karin Pfammatter die ausgebackenen Krapfen, die es in der Schweiz vor allem zur Fasnachtszeit gibt, gegen deutsche Kollegenignoranz. Sie sind das höchste der Gefühle! Man muss den Namen nur richtig aussprechen. Auch sonst ist alles entspannt bei diesem Frühstück, das sich die Performer:innen etwa zur Halbzeit des knapp...
